Hannover: Prozess gegen Waffensammler startet

Hannover - Pistolen, Maschinengewehre – und eine Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust: Zwei Waffensammler aus Hannover haben sich mit aller Gewalt gerüstet. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Die Polizei in Hannover hat bei einer Wohnungsdurchsuchung 51 Waffen beschlagnahmt und einen 29-Jährigen festgenommen. Der Mann muss sich ab Mittwoch vor dem Landgericht Hannover verantworten. Foto: dpa/Polizei Hannover

Hannover - Eine Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust, automatische Maschinenpistolen und ein möglicher rechtsextremer Hintergrund: Am Landgericht Hannover müssen sich ab Mittwoch zwei Männer verantworten, die mindestens 50 funktionsfähige Waffen gehortet haben sollen. Man gehe davon aus, dass die Waffen angeschafft wurden, „um gut gerüstet zu sein für einen möglichen Ernstfall“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Celle. Die Waffen sollen über das Darknet, einen verborgenen Teil des Internets, beschafft worden sein.

Bei den beiden Angeklagten handelt es sich um einen 53-Jährigen und dessen 30-jährigen Sohn. Bei dem Sohn vermutet die Generalstaatsanwaltschaft ein rechtsextremes Motiv: Chatverläufe, Bilder und Videos mit rechtsextremen oder antisemitischen Inhalten sowie aufgerufene Internetseiten zu den meisten Terroranschlägen und Amokläufen der vergangenen Jahre ließen diesen Rückschluss zu, sagte der Sprecher. Konkrete Anschlagspläne hätten dem Mann aber nicht nachgewiesen werden können.

Das Waffenlager war im März aufgeflogen, nachdem der Vater versucht hatte, eine Pistole im Internet zu bestellen. Bei einer Razzia in der gemeinsamen Wohnung stellte die Polizei unter anderem 16 Langwaffen, 17 Pistolen, drei Maschinengewehre und die Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust sicher. Obendrein fand sie knapp 100 000 Euro Bargeld. Den beiden Männern wird ein gemeinschaftlich begangener Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vorgeworfen (Az.: 70 KLs 22/19).

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