Wasserball, 2. Liga

Hildesheimer Wasserballer: Hellas spielt außer Konkurrenz im Osten mit

Hildesheim - Weil es im Norden zu wenig Klubs gibt, mischen die Hildesheimer Wasserballer als „Gäste“ in der 2. Liga Ost mit.

Trainer Heiko Ropers mit einigen seiner Spieler. Foto: Roland Weiterer

Hildesheim - Darauf freuen sich die Herren-Wasserballer von Hellas Hildesheim schon lange. Fast zwei Jahre ist es her, dass sie im Wasserparadies ihre Kappen schnüren konnten. An diesem Wochenende (15. und 16. Januar) soll es nun soweit sein. In der 2. Bundesliga Ost steht ein Doppelspieltag an: Am Samstag kommt um 17 Uhr Wasserball Union Magdeburg nach Hildesheim, am Sonntag um 11 Uhr heißt der Gegner SC Wedding Berlin.

Das sind zwei dicke Nüsse, die das Hildesheimer Team zu knacken hat. Magdeburg liegt in der Tabelle derzeit auf Rang zwei. HSC-Trainer Heiko Ropers, der das Team zusammen mit Dragan Dobric betreut, ist sicher: „Die haben eine gute Truppe aus jungen und erfahrenen Leuten.“ Wedding, der Gegner am Sonntag, ist Siebter im Klassement.

Auf hohem Niveau spielen

Doch die Tabelle ist für die Hellenen eher zweitrangig, denn sie sind in dieser Saison nur Gäste und bleiben in der Abrechnung am Ende ohnehin außen vor. Der Grund für die Meldung ist einfach: Der Wasserball hat es im Amateurbetrieb schwer, genug Klubs zu finden, die auf hohem Niveau spielen wollen. Der finanzielle und personelle Aufwand ist vielen Vereinen zu hoch.

In der 2. Liga Nord gab es deshalb für diese Saison nur vier Meldungen – zu wenig, um talentierte Spieler zu entwickeln und ihnen eine Perspektive zu geben. Deshalb fragte der Hellas-Vorstand in der Ost-Liga an, ob die Hildesheimer dort mitmischen könnten – auch wenn das längere Fahrten bis nach Leipzig, Dresden oder Erfurt mit sich bringt. „Die Liga ist ausgeglichen und spielstark“, sagt Vorsitzender Jan Heinemann.

Der Ostdeutsche Schwimmverband stimmte zu, allerdings lassen die Statuten keine konsequente Aufnahme zu. Mit dem Aufstieg haben die Hellenen nichts zu tun, selbst wenn sie die Nummer eins wären. Dennoch nehmen sie jeden Vergleich ernst. Mit Tim Nowack, Silas Göhres oder Tomas Abriata gehören drei A-Jugendliche fest zum Kader, mit Max Becker, Silas Raese, Lauritz Bauckhold oder Torwart Christopher Burgmann steigen vier U16-Jungs bis zu viermal pro Woche zum Herrentraining ins Wasser. Stammkräfte wie Noah und Caspar Schütze, Julius Jung oder Linkshänder Hendrik Richter sind ebenfalls gerade zwischen 18 und 21 Jahre alt.

Das Motto lautet „Jugend pur“

„Jugend pur“ lautet die Devise bei Hellas – alle sind so genannte Eigengewächse. „Die 2. Liga Ost bringt uns vielleicht keine Medaillen und keinen Ruhm, aber sie bringt uns weiter“, glaubt Heiko Ropers. Drei Spiele hatten die 99er bisher, die Ergebnisse können sich sehen lassen – auch wenn noch Luft nach oben ist: 12:16 hieß es beim ASC Brandenburg und 9:20 bei der SG Neukölln Berlin II. Beim 9:9 gegen den SV Halle gab es immerhin den ersten Auswärtspunkt.

Mit Alexander Hermann und Ex-Nationalspieler Ilja Immermann sind zwei ehemalige Spitzenspieler von WaSpo 98 Hannover an die Innerste zurückgekehrt, die allerdings nur noch als Teilzeit-Wasserballer aktiv und daher selten dabei sind. Außerdem sind erfahrene Leute wie die Brüder Florian und Torben Weiterer aktiv – oder deren Cousin Daniel Weiterer, die dem jungen Team die nötige Stabilität geben.

Übrigens gibt es für den HSC auch in der 2. Liga Ost ein Derby. Die Sportliche Vereinigung Laatzen denkt ähnlich und mischt als Gastverein ebenfalls mit. Richtig ernst wird es für beide Klubs im Frühjahr und Sommer, wenn die sechs Spiele in der 2. Liga Nord anstehen. Dann geht es nicht nur um Sieg und Niederlage im Wasser, sondern auch um Punkte, die wirklich zählen.

Eintrittsregeln

Bei den Heimspielen im Wasserparadies sind nur Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen, die mindestens doppelt geimpft und aktuell getestet oder geboostert sind. Jugendliche unter 18 Jahren haben Zutritt, wenn sie sich regelmäßig für die Schule testen. In der Halle müssen alle Besucher eine FFP2-Maske tragen. Der Eingang an der Hannoverschen Straße ist am Samstag von 16.30 bis 17 Uhr und am Sonntag von 10.30 bis 11 Uhr geöffnet.

Von Roland Weiterer

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