Nach Sturmtief Sabine

Hildesheim bleibt vom Sturm verschont

Hildesheim - Schon das zweite Wochenende in Folge sprach der deutsche Wetterdienst eine Sturmwarnung für Niedersachsen aus. Doch Hildesheim kommt glimpflich davon – anders sieht es in Nordrhein-Westfalen und Großbritannien aus.

Das zweite Sturmwochenende verschont zwar Hildesheim, wütet aber in Nordrhein-Westfalen und Großbritannien. Foto: Julian Stratenschulte

Hildesheim - Sturmböen von 85 Kilometer pro Stunde erwartete der deutsche Wetterdienst in der Nacht zum Montag. Und tatsächlich sauste der Wind lärmend durch die Straßen von Hildesheim, rüttelte an Dachziegeln und ließ Türen zuschlagen. Glücklicherweise erwies sich alles als sturmfest, sodass Feuerwehr und Polizei zu keinem großen Einsatz ausrücken mussten, wie deren Sprecher am Montagmorgen der HAZ mitteilten.

Die Deutsche Bahn musste in der Nacht zwar einige Züge umleiten, aber der Schienenverkehr um Hildesheim war davon nicht betroffen. Die Züge zwischen Hamburg und Berlin mussten über Stendal umgeleitet werden und zwischen Hamburg und Münster wurde eine Umleitung über Hannover eingerichtet. Dabei kam es zu Verspätungen zwischen zehn und 60 Minuten.

Streckensperrung in
Nordrhein-Westfalen

Schlimmer traf der Sturm Nordrhein-Westfalen. Dort beschädigte ein umgestürzter Baum eine Oberleitung. Deshalb musste ein Streckenabschnitt zwischen Koblenz und Norddeich gesperrt werden. Davon war auch der Fernverkehr betroffen. Einige Züge wurden umgeleitet. 200 Fahrgäste mussten einen Intercity verlassen und ihre Reise in Bussen fortsetzen.

Am heftigsten wütete der Sturm in Großbritannien. Etwa 6oo Hochwasserwarnungen wurden für England ausgesprochen. Der Umweltagentur zufolge wurden noch nie an einem Tag so viele Warnungen für einen Landesteil veröffentlicht.

Überschwemmungen in Großbritannien

In Wales retteten Hubschrauber und Schlauchboote Menschen aus ihren gefluteten Häusern. In der Kleinstadt Pontypridd am Fluss Taff waren Autos in den Wassermassen kaum noch zu sehen. Auch in Schottland hatten die Leute mit Überschwemmungen zu kämpfen.

Da exakt eine Woche zuvor bereits Sturm „Sabine“ – auf den britischen Inseln „Ciara“ genannt – für Überschwemmungen und extrem nasse Böden gesorgt hatte, befürchteten die Experten nun größere Schäden. Soldaten halfen den erschöpften Einwohnern im nordenglischen Calderdale, die noch unter den Schäden des letzten Sturms leiden.

Einschränkungen im Flugverkehr

Hunderte Flüge fielen am Wochenende wegen des Unwetters in Großbritannien aus, vor allem bei der Airline Easyjet, aber auch etliche Flüge von British Airways. Betroffen waren Zehntausende Passagiere, von denen viele wegen der Schulferien verreisen wollten. Andere Maschinen konnten nur mit großem Geschick der Piloten landen, darunter ein Etihad Airbus A380, der in London Heathrow wegen des starken Windes auf dem Rasen zum Stehen kam.

Das stürmische Wetter verzieht sich nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland. Zu Wochenbeginn kann es zwar noch starke bis stürmische Böen geben, der Wind wird aber schwächer, wie der Deutsche Wetterdienst am Sonntag mitteilte. «Ein bisschen Wind wird weiter im Spiel sein, aber es weht auf jeden Fall nicht mehr so intensiv wie am Wochenende», sagte ein Meteorologe. Nach einem milden Wochenstart wird es am Mittwoch wieder etwas kühler.

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