Sozialausschuss

Hildesheim gehen die Erzieher aus: 60 Leute gesucht

Hildesheim - In Hildesheim wird kräftig gebaut, um in Kitas neue Plätze zu schaffen. Doch nun hat die Stadt ein neues Problem: Sie braucht auch neue Erzieher.

In der neuen Go20-Kita in der Nordstadt sind alle Stellen besetzt. Das wird 2020 möglicherweise zur Ausnahme. Foto: Christian Gossmann

Hildesheim - Der Fachkräftemangel bei Erziehern erreicht auch Hildesheim. Im Sozialausschuss hat Martina Donat, Fachbereichsleiterin Familie, Bildung und Sport, am Dienstagabend aktuelle Zahlen vorgestellt. In diesem Jahr sind noch elf Stellen unbesetzt. Nächstes Jahr kommen für das Stadtgebiet noch bis zu 60 weitere hinzu.

Und das, obwohl die Stadt eigentlich einen Standortvorteil mit eigenen Ausbildungsstätten für den Erzieherberuf hat. Doch der reicht nicht mehr aus, um die Lücke zu schließen.

Stellenmarkt angespannt

Hinzu kommt ein weiterer Faktor, der die Anspannung auf dem Stellenmarkt weiter steigern wird: Zum August 2020 muss die vorgesehene dritte Kraft in den Kita-Gruppen ebenfalls Vollzeit arbeiten, teilte Sozialdezernent Malte Spitzer mit: „Uns steht eine turbulente Personalplanung bevor.“

Und der Druck wird weiter steigen, denn die Stadt wird weiter stark in den Ausbau der Kindertagesstätten investieren. Bis 2022 soll eine Versorgungsquote von 108 Prozent sichergestellt werden. Das entspricht 28 Ausbauprojekten, für die die Verwaltung jeweils eine Planung und ein Ausschreibungsverfahren auf die Beine stellen muss, teilte Donat mit.

Arbeitsverdichtung und Krankenstand

Als nächste Vorhaben nannte sie die Erweiterung der Rasselbande um 18 Plätze im nächsten Jahr, der St.-Antonius-Einrichtung in Sorsum mit insgesamt 40 Plätzen und der Matthäus-Kita in Itzum mit insgesamt 36 Plätzen.

Insgesamt sind in der Stadt Hildesheim von allen Trägern rund 1200 Pädagogen in den Kitas beschäftigt, ein Viertel davon direkt bei der Stadt. Auf Nachfrage des neu nachgerückten beratenden Mitglieds Sebastian Adamski nach Auswirkungen von „Arbeitsverdichtung auf den Krankenstand“, teilte Donat mit, dass es keine Verdichtung geben dürfe: „Jeder Ausfall wird eins zu eins ersetzt. Das schreibt das Kitagesetz vor.“

Kampf gegen Radikalisierung

Weiteres Thema war die Zukunft der Finanzierung der Caritas-Einrichtung Radius, die sich gegen Radikalisierung und Demokratiefeindlichkeit einsetzen soll. Deren Förderung läuft im Dezember aus. Nun wird über Landesmittel weitere fünf Jahre ein Zuschuss von insgesamt 150 000 Euro gezahlt.

Die Deckungslücke sollen nun Stadt und Landkreis mit jeweils 15 000 Euro jährlich bis 2021 zahlen. Der zuständige Landkreisausschuss hat bereits zugestimmt. Nun hat auch Stadtausschuss dem Antrag zugestimmt. Entscheiden werden der Kreistag und der Rat.

Nächste Sitzung

Die nächste Sitzung des Sozialausschusses der Stadt ist am Dienstag, 3. Dezember, um 18 Uhr im Rathaus

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