Partnerstadt in der Lombardei

Hildesheim-Partner Pavia: Erst Corona-Panik – nun Normalität

Pavia/Hildesheim - Die lombardische Partnerstadt war selbst nicht betroffen. Doch die Angst vor der Epidemie grassierte trotzdem. Wie sich die Zustände veränderten, schildert der Hildesheimer Enzo Iacovozzi.

Blick in die Corso Strada Nuova im Einkaufszentrum von Pavia. Langsam kehrt wieder Leben ein in Hildesheims Partnerstadt Foto: Lara Morano

Pavia/Hildesheim - Geisterstimmung in Hildesheims Partnerstadt Pavia in der norditalienischen Lombardei, dort, wo schon einige „Rote Zonen“, also Corona-Sperrgebiete, eingerichtet worden. Eine davon ist von Pavia nur knapp 30 Kilometer entfernt, Pavia selbst ist noch verschont von der Epidemie. Doch, weil dort eine der bedeutendsten Kliniken der Region liegt, kommen die Fälle alle in Hildesheims Partnerstadt.



Der Hildesheimer Enzo Iacovozzi hat Kontakt mit seinen Partnern in Pavia aufgenommen und sich über die Lage dort informiert. Auch, weil er selbst im Mai einen Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft plant. „Wir wissen ja nicht, ob wir unsere Flüge wieder stornieren müssen“, sagt er.

Uni bietet nur noch E-Learning an

Nach einem Anruf bei Dr. Andrea Albergati, der in der Verwaltung der St.-Matteo-Klinik in Pavia arbeitet, weiß Iacovozzi, dass die öffentlichen Einrichtung quasi lahmgelegt sind oder auf Notbetrieb umgeschaltet haben. Die Universität, eine der ältesten Europas, bietet derzeit Lernen nur über eine Online-Plattform an.

„In den Supermärkten waren die Regale leer gefegt, Apotheken hatten geschlossen, niemand war in den Straßen“, zählt Iacovozzi auf. Szenen, wie sie derzeit aus etlichen italienischen Städten zu sehen sind. Dabei war Pavia ja gar nicht betroffen. Warum also diese Panik?

Medien sorgen für Panik

„Die italienischen Medien neigen zum Skandalisieren, überall kursierten Meldungen, die Panikstimmung verbreitet haben“, sagt er. So wurden beispielsweise die Tresen in den Bars zu einer Art „Sperrgebiet“: „Geöffnet ist nur noch bis 18 Uhr, die Gäste müssen sitzen, um den Kontakt zum Personal so gering wie möglich zu halten.“


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Doch vor Kurzem habe sich die Lage wieder entspannt, schildert Iacovozzi nach seinen jüngsten Telefonaten die Situation: „Allmählich beruhigen sich die Menschen wieder, und die Supermärkte haben wieder gefüllte Regale, die Apotheken sind geöffnet.“ Doch die Nervosität sei trotzdem noch im Alltagsleben zu spüren, hat ihm zum Beispiel die freie Journalistin Lara Morano erzählt, die für die HAZ schnell noch ein aktuelles Foto gemacht hat.

Forderungen nach Unterstützung

Trotzdem: Die Hoteliers, Gastronomen und Geschäftsleute klagen bereits über Einkommensverluste und stellen Forderungen an die Regierung: „Sonst wollen sie Leute entlassen.“ Auch, wenn es wieder normaler wird in Pavia, gibt es bereits wirtschaftliche Konsequenzen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Austausch der Partnerstädte, die in diesem Jahr 20 Jahre besteht und besonders gefeiert werden soll: „Ich hoffe, das klappt.“

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