HAWK-Abschlussarbeit

Hildesheimer Absolventin fragt sich: Wie sehen Kopfschmerzen aus?

Hildesheim - Migräne kann einen ganz schön aus der Bahn werfen – und ist für Menschen, die nicht betroffen sind, häufig nur schwer begreifbar. Wie eine Absolventin der HAWK Hildesheim das ändern will.

Die Arbeit „G43.1- Aura Phänomene einer klassischen Migräne“ gewährt Außenstehenden einen Blick hinter die sonst verschlossenen Türen der Migräne-Aura. Foto: Anisha Gattnar

Hildesheim - Kaum jemand bleibt von ihnen verschont: Kopfschmerzen treten in den verschiedensten Formen auf. Die bekannteste dürfte die Migräne sein – und die tritt ohne oder mit Aura auf. Die Migräne-Aura ist eine anfallsartige neurologische Störung, die sich vor allem durch Sehbeschwerden äußert, die meist den Kopfschmerz ankündigen.

Seit ihrem 11. Lebensjahr leidet Anisha Gattnar selbst unter der Aura-Migräne. In ihrer Bachelorarbeit an der Fakultät Gestaltung der HAWK Hildesheim hat sie die Erfahrungen von sich und anderen Menschen grafisch übersetzt.

Migräne: Als „Frauenkrankheit“ missverstanden

Die Arbeit „G43.1- Aura Phänomene einer klassischen Migräne“ gewährt Außenstehenden einen Blick hinter die sonst verschlossenen Türen der Migräne. Neurologische Dysfunktionen und die Erfahrungen Betroffener übersetzt die Studentin grafisch. In Verknüpfung mit Film- und Tonsequenzen auf der begleitenden Website schafft sie einen neuen, intermedialen Zugang, um die Migräne als neurologische Krankheit darzustellen. Ihr Buch folgt dem Ablauf einer klassischen Migräne.

Dabei geht sie auch auf soziale Auswirkungen der Krankheit ein. Denn die Gesellschaft missversteht Migräne häufig als eingebildeten Kopfschmerz, als Ausrede oder gar als „Frauenkrankheit“. Das macht es für für Betroffene oft umso schwerer, die richtige Behandlung zu finden.

Unverständnis und fehlende Akzeptanz

Gattnar habe sich häufig in Situationen wiedergefunden, in denen sie sich rechtfertigen, ihren Zustand erklären musste. Gerade auch deshalb, weil die Symptome für Außenstehende unsichtbar und schwer begreifbar seien. „Gleichzeitig wurde jedoch auch mit Neugier und Interesse nachgefragt, wie es eigentlich genau aussieht, wenn ich ‚nichts mehr sehe‘“, erklärt sie. Daraus entstand die Idee, die Erkrankung grafisch darzustellen – damit auch andere besser verstehen können, was in Betroffenen vor sich geht.

Mithilfe textlicher, illustrativer und digitaler Umsetzungen sollen Rezipienten interaktiv verstehen lernen, was sich hinter den einzelnen Symptomen verbirgt. Gattnar erhofft sich dadurch, einen neuen Zugang zu dieser Krankheit zu schaffen – und dass mehr Menschen sie besser verstehen lernen.

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