Schulungen und Ablaufpläne

Wie sich Krankenhäuser in Hildesheim auf das Coronavirus vorbereiten

Hildesheim/Hannover - Mit intensiven Schulungen und dem Kauf zusätzlicher Schutzkleidung rüsten sich Hildesheims Krankenhäuser für mögliche Coronavirus-Fälle. Auch das Land ist aktiv.

Die Hildesheimer Krankenhäuser (wie hier das Helios Kinikum) sind darauf vorbereitet, Isolierstationen einzurichten. Foto: Julia Moras

Hildesheim/Hannover - Die Krankenhäuser in Stadt und Landkreis Hildesheim bereiten sich auf mögliche Coronavirus-Fälle in der Region vor. Im St.-Bernward-Krankenhaus hat die Abteilung für Krankenhaus-Hygiene für Donnerstag und Freitag alle Mitarbeiter, die direkten Kontakt mit Patienten haben, zu Informations-Veranstaltungen einbestellt. Die Belegschaften des Helios Klinikums sowie des Ameos Klinikums Alfeld haben entsprechende Schulungen nach Angaben der Unternehmen bereits absolviert und bekommen regelmäßig Informationen. Auch die Krankenhäuser in Alfeld und Gronau bereiten sich intensiv vor.

Mehr Schutzkleidung gekauft

Im BK soll es vor allem um „Fakten und Mythen in der aktuellen Situation“, um das genaue Vorgehen bei einem konkreten Verdachtsfall sowie um den Umgang mit Schutzkleidung und Atemschutzmasken gehen. Letzteres war auch in Alfeld bereits ein großes Thema: „Wir haben die Bestände an Schutzkleidung und Röhrchen für die Probenentnahme überprüft und aufgestockt“, berichtet Pressesprecher Gerald Baehnisch. Alle Krankenhäuser zeigten sich darauf vorbereitet, Patienten aufzunehmen und isoliert unterzubringen – auch wenn sie unter anderem aufgrund vieler Grippefälle derzeit gut ausgelastet sind. Wobei Helios einräumt: „Im Falle einer Pandemie wäre die regelhafte Versorgung anderer Patienten eingeschränkt.“ Bei zunehmenden stationären Coronavirus-Fällen würden die Kliniken nach einem Stufenplan arbeiten und Patienten zuerst versorgen, bei denen es medizinisch besonders nötig sei.

Land bereitet sich vor

Auch das Land intensiviert seine Vorbereitungen. Am Mittwoch wurde in Hannover ein Krisenstab mit Experten aus Regierung und Gesundheitssystem einberufen, um den Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus zu koordinieren. „Wir müssen auch in Niedersachsen mit ersten Fällen rechnen“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) im Landtag.

Nach Angaben der Ministerin sind Landesregierung, Gesundheitsbehörden, Krankenhäuser und Ärzte gut vorbereitet auf einen Ausbruch. Das „Überwachungssystem“ für Atemwegserkrankungen werde jetzt auf das Coronavirus ausgeweitet. Das Zentrum für Gesundheit und Infektionsschutz in Hannover habe eine ständige Rufbereitschaft eingerichtet.

Aufatmen in Nienburg

Die Ministerin riet den Bürgern, sich zu verhalten wie bei Influenza oder grippeähnlichen Erkrankungen: „Waschen Sie häufig Ihre Hände, husten und niesen Sie in die Armbeuge und nicht in die Hände.“ Für Italien gelte jetzt das gleiche wie für China: Reisende, die mit einer erkrankten Person persönlichen Kontakt hatten, sollten sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden.

Am Mittwoch wurde ein Verdachtsfall an einer Schule im Landkreis Nienburg geprüft. Die Grundschule blieb deswegen am Mittwoch geschlossen. Am späten Vormittag gab der Kreis Entwarnung. Der betreffende Mann sei positiv auf Influenza A getestet worden.

Auch in anderen Bereichen ist das Coronavirus gerade Thema. Unter anderem in Reisebüros reagieren die Mitarbeiter auf viele Anfragen.

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