Vorkaufsrecht und Millionen-Steigerung

Hildesheimer Kreistag: Zukunft zweier Gymnasien im Fokus

Kreis Hildesheim - Die Erweiterung der Hildesheimer Michelsenschule und der geplante Neubau des Gymnasiums Sarstedt dürften in der nächsten Sitzung für Diskussionen sorgen.

Was tun mit dem Gymnasium Sarstedt? Darauf muss der Hildesheimer Kreistag nach massiven Kostensteigerungen eine Antwort finden. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Der neue Kreistag beschäftigt sich in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr mit der Zukunft zweier Gymnasien. Am Donnerstag, 9. Dezember, geht es unter anderem um Großprojekte für die Michelsenschule in Hildesheim und das Gymnasium Sarstedt.

Bei Michelsen geht es um die Frage, ob der Kreis einen Teil des benachbarten Harzwasserwerke-Grundstücks hinzubekommt. Er würde gern auf einer dortigen Parkplatz-Fläche eine neue Sporthalle errichten. Das Problem: Die Firma will ihr Grundstück in eins verkaufen, der Kreis aber nur einen Teil erwerben. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die Stadt ein Vorkaufsrecht für das Areal nutzt. Ob der Kreis sie darum bittet und welche Bedingungen dann daran geknüpft sind, ist eines der Themen dieser Kreistagssitzung.

Die Optionen in Sarstedt

Wohl noch kniffliger ist das Thema Gymnasium Sarstedt. Vor einigen Tagen hatte die Kreisverwaltung im Finanzausschuss des Kreistages bekanntgegeben, dass der geplante Neubau um 9,4 Millionen Euro teurer werden würde als bislang kalkuliert – die Kosten werden nun auf knapp 44 Millionen Euro geschätzt.

Angesichts der Entwicklung der Baupreise in jüngster Vergangenheit kam das zwar nicht überraschend – die bisherige Kostenschätzung ist schließlich schon ein paar Jahre alt. Die Abgeordneten entschieden sich aber, die Neuigkeiten erst einmal innerhalb ihrer jeweiligen Fraktionen zu diskutieren. Die Frage: Durchziehen? Kleiner planen? Streichen? Eine Möglichkeit ist auch, den Altbau zu sanieren – doch das kostet nach bisherigen Analysen mindestens genauso viel Geld.

Mieten statt kaufen?

Weiteres Problem: Das Land hat den Landkreis ohnehin auf dem Kieker, weil er zwar seinen Dispo abgebaut hat, andererseits aber seine Schulden für Investitionen immer weiter steigen lässt. Das könnte auch zu einer Planänderung führen. Bislang will der Landkreis im Mai einen Generalunternehmer mit dem Schulbau beauftragen und diesem später das fertige Gebäude abkaufen.

Er könnte allerdings auch auf ein anderes Modell umschwenken, das Gymnasium neu bauen lassen und die Immobilie dann auf mehrere Jahrzehnte mieten. So hat der Kreis es zum Beispiel einst mit der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Groß Düngen gemacht – und das Gebäude zu einem späteren Zeitpunkt, als er finanziell besser dastand, doch noch erworben.

Für Diskussionsstoff ist jedenfalls gesorgt. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im großen Sitzungssaal des Kreishauses in der Bischof-Janssen-Straße 31 und ist öffentlich.

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