Die Stehauf-Frau

Hildesheimerin Emma Hinze führt weiter die Champions League an

London/Hildesheim - Ist das spannend: Nach Sturz im Keirin kann das Hildesheimer Bahnrad-Ass im Sprint-Wettbewerb gleich wieder kontern. Am Samstag folgen die finalen Läufe.

Kennt die Höhen und Tiefen ihres Sports: die Hildesheimerin Emma Hinze. Foto: Frank Hammerschmidt

London/Hildesheim - Nach einem bitteren Auftakt am vierten Wettkampftag der UCI-Track-Champions-League (CL) im Londoner Velo-Park ist Emma Hinze eindrucksvoll zurückgekommen – und verteidigte am späten Freitagabend die Führung in der Gesamtwertung.

Zunächst, im Keirin (Kampfsprint)-Vorlauf, war das Hildesheimer Bahnrad-Ass mit der Kanadierin Lauriane Genest kollidiert und gestürzt. Damit schied die bis dahin CL-Gesamtführende aus dem Keirin-Wettbewerb aus und konnte hier keine weiteren Punkte für die Gesamtwertung mehr hamstern.

Und plötzlich liegt die Teamkollegin vorn

Ganz vorn im Ranking war plötzlich ihre Nationalmannschaftskollegin Lea Sophie Friedrich (RSC Cottbus; bislang Zweite). Friedrich entschied nach Vorlauf, Halbfinale und Endlauf den Londoner Keirin-Wettbewerb am Ende für sich.

Später war Hinze, die ebenfalls für den RSC Cottbus startet, aber wieder voll da: nämlich im zweiten Wettkampf des Abends, dem Sprint. Sie und einmal mehr Friedrich hatten sich in den Endlauf gekämpft. Das rein deutsche Sprint-Finale entschied erneut die Hildesheimerin für sich. Sie fuhr das Rennen von vorn aus und ließ sich den Vorsprung auch im Endspurt nicht mehr abluchsen.

Die beiden deutschen Frauen liefern sich nun auch an der Spitze der CL-Gesamtwertung ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Hinze liegt mit 95 Punkten hauchdünn in Front, gefolgt von Friedrich (93). Dritte ist abgeschlagen die Kanadierin Kelsey Mitchell (68).

Hildesheimerin bleibt nach Sturz unverletzt

Wenn dieser blöde Sturz vorher im Keirin nur nicht gewesen wäre – Emma Hinze hätte noch wesentlich mehr Punkte einfahren können. Sie lauerte im Keirin-Vorlauf lange an vorletzter Position. Dann erhöhte die Doppel-Weltmeisterin das Tempo, sah eine Lücke und versuchte, den Raum zu nutzen. Doch die Kanadierin Genest wollte das Schlupfloch schließen.

Die Fahrerinnen kamen sich ins Gehege und stürzten. Sowohl Hinze als auch Genest blieben unverletzt – bis auf ein paar Schürfwunden.

Emma Hinze behält weiter die Trümpfe in der Hand, die CL-Gesamtwertung zu gewinnen. Nach ihren starken Auftritten in den Wochen zuvor während der Rennen in Palma de Mallorca und im litauischen Panevezys sowie nun im Londoner Sprint-Entscheid hat die 24-Jährige bereits 95 Punkte gesammelt.

Das Finale in Tel Aviv wird ersatzlos gestrichen

Am Samstag folgt im Londoner Velo-Park übrigens die vierte CL-Runde – und sie ist, anders als geplant, auch die Letzte. Eigentlich sollte am Samstag, 11. Dezember, in Tel Aviv das Finale gefahren werden. Doch das Event in Israel ist wegen der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt worden.

Die israelische Regierung geht im Kampf gegen die Pandemie rigider vor als viele andere Staaten. Sie hat die Grenze des Landes für alle Ausländer geschlossen – auch für Sportler. Das ist eine Reaktion auf die neu aufgetauchte Virus-Variante Omicron. Damit wird der fünfte CL-Wettbewerb ersatzlos gestrichen.

Aber die Arena in London ist ausverkauft

In England sind die Behörden noch wesentlich entspannter. Die Läufe gingen am Freitag im Velo-Park vor vollen Rängen über die Bühne.

Emma Hinze kann nun am Samstag erste Champions-League-Gesamtsiegerin überhaupt werden und nach den Preisgeldern für die guten Platzierungen in den verschiedenen Einzelrennen auch die Zusatz-Prämie von 25000 Euro kassieren.

Die UCI hat das CL-Format in diesem Jahr ins Leben gerufen. Das Event soll zur echten Marke ausgebaut werden.

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