Ausbreitung des Coronavirus

Hildesheims Corona-Inzidenz steigt deutlich – Erzgebirgskreis bei 2021,9

Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis Hildesheim liegt nun auf dem Rekordwert von 237,8. Auch bundesweit gibt es einen leichten Anstieg, in Sachsen neue Höchstwerte – aber eben nicht überall.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat im Landkreis Hildesheim einen neuen Höchststand erreicht. Foto: Werner Kaiser

Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist am Sonntag im Landkreis Hildesheim ein weiteres Mal auf einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie gestiegen. Auch bundesweit stieg der Inzidenzwert, allerdings nur minimal.

Im Kreis Hildesheim ist die Zunahme hingegen durchaus spürbar. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen einen Wert von 237,8, am Samstag hatte die Inzidenz noch bei 221,4 gelegen. Das RKI verzeichnete 126 neue Fälle, am gleichen Tag der Vorwoche waren es 81.

Zunahme in Niedersachsen

Deutschlandweit stieg die Inzidenz ebenfalls auf den nächsten Höchstwert, sie kletterte geringfügig von 444,3 auf 446,7. Allerdings kommt es am Wochenende oft zu Meldeverzögerungen und dann zu umso heftigeren Anstiegen zu Wochenbeginn. Die Inzidenz für Niedersachsen erhöhte sich von 209,8 auf 212,2. Niedriger ist sie nur in Schleswig-Holstein (150,8, Vortag: 150,2).



Im Landkreis Holzminden stieg die Inzidenz dabei wieder von 85,5 auf 91,2, Holzminden hat damit nun nicht mehr den niedrigsten Inzidenzwert in ganz Deutschland, aber nur zwei Landkreise stehen besser da. Den Bestwert weist mit dem Heidekreis (80,2) eine weitere niedersächsische Region auf.

Hannover stabil

In der Region Hannover ging die Inzidenz wieder von 196,0 auf 190,4 zurück und stabilisiert sich weiter unterhalb von 200. In den anderen Hildesheimer Nachbar-Landkreisen war die Entwicklung am Sonntag unterschiedlich. Die Werte im Einzelnen – Landkreis Peine: 222,3 statt 221,6. Landkreis Wolfenbüttel: 249,7 statt 227,9. Landkreis Hameln-Pyrmont: 163,5 statt 164,2. Landkreis Goslar: 196,0 statt 201,2. Landkreis Northeim: unverändert 215,5, und Stadt Salzgitter: unverändert 438,1.

 

 

 Den bundesweit mit Abstand höchsten Inzidenzwert weist weiterhin der Erzgebirgskreis auf, nunmehr mit dem neuen bundesweiten Rekordwert von 2021,9 (Vortag: 2000,5). Gut zwei Prozent der Bevölkerung haben sich innerhalb der vergangenen sieben Tage infiziert. Im Kreis Kreis Hildesheim entspräche das 5580 Neuinfektionen binnen einer Woche, tatsächlich sind es derzeit 655. Und schon jetzt kommt das hiesige Gesundheitsamt mit der Kontaktverfolgung nicht mehr hinterher.

Thüringen mit klarem Anstieg

Der Blick in die Bundesländer: In Sachsen gab es am Sonntag noch einmal einen leichten Anstieg. Die durchschnittliche Inzidenz erhöhte sich von 1201,1 auf 1205,5. Das ist der höchste je für ein Bundesland gemessene Wert. In Thüringen stieg der Kennwert deutlich von 852,8 auf 878,4, den dritthöchsten Wert weist Sachsen-Anhalt mit 719,7 (Vortag: 716,9) auf. Auch Brandenburg liegt mit 709,4 nun über 700, Bayern (632,2) weiter über 600.



Die Inzidenz bildet nach wie vor das aktuelle Infektionsgeschehen am zuverlässigsten ab. Wichtigster Corona-Indikator für Maßnahmen bleibt auch in der neuen Landesverordnung die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz. Die Zahl zeigt auf, wie viele Menschen in Niedersachsen in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus gekommen sind, umgerechnet auf 100.000 Einwohner.

Warnstufe 2 rückt näher

Die Hospitalisierungs-Inzidenz für Niedersachsen stieg am Sonntag von 6,9 auf 7,2, sie liegt seit vier Werktagen über der Marke von 6,0. Damit droht dem Kreis Hildesheim in der nächsten Woche die Warnstufe 2. Die Entscheidung darüber fällt mit den Daten von Montag. Der Anteil der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Niedersachsen sank wieder leicht von 8,6 auf 8,5 Prozent der Kapazität.



Zum Vergleich: In Sachsen lag der Anteil der Corona-Infizierten unter den Intensivpatienten laut DIVI-Intensivregister am Sonntagmorgen bei 39,2 Prozent. In Thüringen sind es 30,8 Prozent. Am Freitag wurden zur Entlastung zwei Corona-Intensivpatienten aus Thüringen nach Hildesheim verlegt. In Bayern lag die Corona-Quote auf den Intensivstationen bei 32,8 Prozent.

Werden bald Operationen verschoben?

Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens hat angekündigt, es könne sein, dass in hiesigen Krankenhäusern bald Operationen verschoben würden, um Platz für weitere Corona-Intensivpatienten aus anderen Bundesländern zu schaffen. Sie tragen zur Steigerung von Hospitalisierungsrate und Intensivbetten-Auslastung bei – allerdings zunächst in einem so geringen Maß, dass es keine Rolle für das Erreichen neuer Warnstufen spielt.

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