Radikalisierung in Hildesheim

Im Abu Walaa-Prozess sollen Urteile kommende Woche fallen

Hildesheim/Celle - Der mutmaßliche Deutschland-Chef des IS, Abu Walaa, der auch in Hildesheim junge Menschen radikalisiert haben soll, steht in Celle vor Gericht. Nun steht fest, wann die Urteile im Prozess fallen sollen.

ARCHIV - 26.09.2017, Niedersachsen, Celle: Der wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagte Abu Walaa steht im Oberlandesgericht. (zu dpa "Abu-Walaa-Prozess zieht sich in die Länge - Termine bis Weihnachten" vom 31.07.2018) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hildesheim/Celle - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschland-Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Walaa, und drei Mitangeklagte werden am Mittwoch kommender Woche die Urteile erwartet. Das kündigte das Oberlandesgericht Celle am Montag an. Die Bundesanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen viereinhalb und elfeinhalb Jahren für die Männer gefordert.

Abu Walaa und den Mitangeklagten wird vorgeworfen, junge Menschen vor allem im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim islamistisch radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt zu haben. Die Männer stehen wegen Unterstützung des IS und Mitgliedschaft in der Terrormiliz seit September 2017 vor Gericht. Die Urteile sind nun für den 246. Prozesstag terminiert.

V-Mann spielt Schlüsselrolle

Die Bundesanwaltschaft hatte sich einerseits auf einen Kronzeugen gestützt, einen jungen Mann aus Gelsenkirchen. Dieser geriet als Jugendlicher in islamistische Kreise, wandte sich später aber vom IS ab und kooperierte mit den Behörden. Eine weitere Schlüsselrolle spielten Informationen des ehemals wichtigsten V-Manns der Polizei in islamistischen Kreisen. „Murat Cem“ oder „VP01“ erhielt für den Terror-Prozess aber keine Aussagegenehmigung.

Die Verteidigung, die für den Iraker Abu Walaa und einen der Mitangeklagten bereits plädiert hat, hatte Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Kronzeugen sowie des Polizeispitzels geäußert und die Beweisführung vor Gericht kritisiert.

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