Corona-Schutz an Schulen

In manchen Hildesheimer Schulräumen sollen Ampeln jetzt das Lüften regeln

Hildesheim - Die Stadt Hildesheim will schlecht zu belüftende Schulräume mit Infektionsschutzampeln ausstatten. Die können wesentlich mehr als reine CO2-Ampeln.

Eine grün leuchtende CO2-Ampel liegt auf einem Luftfiltergerät in einem Unterrichtsraum in Oldenburg. Auch die Stadt Hildesheim will beim Thema Corona-Schutz nachlegen und jetzt sogar Infektionsschutzampeln für schlecht zu lüftende Klassenräume anschaffen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hildesheim - Die Stadt will beim Kampf gegen die Corona-Pandemie schlecht zu belüftende Räume ihrer 24 Schulen mit Infektionsschutzampeln ausrüsten. Das hat Monika Schlegel, Leiterin des Fachbereichs Familie, Bildung und Sport bei der Stadt, am Dienstagabend im Schulausschuss angekündigt. Dabei handele es sich nicht um reine CO2-Ampeln, sondern um Geräte, die die komplette Aerosol-Belastung eines Raumes berücksichtigten.

Die Stadt Hannover testet diese Geräte aktuell im Rahmen eines Modellversuchs. Sie hat Anfang November rund 120 Infektionsschutzampeln für ihre Grundschulen angeschafft. Sie sollen dabei helfen, die Lüftungsintervalle passgenauer zu steuern. Die Ampeln erfassen Daten zur Raumgröße, Anzahl der Menschen, Art der Gruppe, Temperatur, Fensteranzahl, Luftfeuchtigkeit und Lautstärke.

„Das Wichtigste ist weiterhin die Fensterlüftung“

Was die Stadt Hildesheim betrifft, sollen die Infektionsschutzampeln aber lediglich ein Baustein von mehreren sein. „Das Wichtigste ist weiterhin die Fensterlüftung“, sagte Schlegel. Daneben sollen schlecht zu belüftende Räume mit mobilen Luftreinigern ausgestattet werden. Fachleute der Stadt hatten insgesamt 60 Räume an Hildesheims Schulen ausgemacht, die schlecht zu belüften seien. 24 davon an Grundschulen. Die Geräte saugen die Raumluft an und reinigen sie nahezu komplett von Aerosolen. Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von rund 4000 Euro pro Gerät, rund 80 Prozent der Kosten trägt das Land. Weil die Stadt zudem Förderungen aus anderen Töpfen bekommt, rechnet man im Rathaus mit einem überschaubaren Eigenanteil in Höhe von rund 23 000 Euro. Dazu kommen Kosten für die jährliche Wartung. Zur Höhe der Kosten für die Infektionsschutzampeln gibt es bisher keine Schätzungen.

Die CDU hatte noch kurzfristig einen Antrag eingebracht, Schulen zusätzlich mit Ventilatoren für den Luftaustausch auszustatten. Dieser Vorschlag fand bei der Stadtverwaltung auf wenig Gegenliebe. Aber CDU-Ratsherrin Claudia Maria Wendt und auch CDU-Ausschuss-Vorsitzende Franziska Busche machten deutlich, dass es ihnen vor allem darum gehe, beim Thema Infektionsschutz an Schulen generell am Ball zu bleiben. „Es geht darum, wie wir die Kinder weiter unterstützen können“, sagte Wendt, die auch Leiterin der Grundschule Itzum ist.

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