Hubschrauber im Einsatz

Bewaffnete überfallen Sarstedter Kiosk: Zeugen gesucht

Sarstedt - Zwei Männer haben am Montag einen Kiosk in der Voss-Straße in Sarstedt überfallen. Sie bedrohten die Verkäuferin mit einer Schusswaffe. Die Polizei sucht noch immer nach den Flüchtigen.

Nach einem Überfall auf einen Kiosk in der Sarstedter Voss-Straße suchte die Polizei nach dem flüchtigen Täter. Foto: Kathi Flau

Sarstedt - Es ist kurz nach 19 Uhr, als am Montagabend zwei bislang unbekannte Täter an das Verkaufsfenster des kleinen Kiosks in der Voss-Straße herantreten und der Angestellten plötzlich eine Schusswaffe entgegenhalten.

Geld fordern sie, die Herausgabe der Tageseinnahmen. Doch die 41-Jährige geht nicht darauf ein. Stattdessen zieht sich in den hinteren Bereich des Ladens zurück, den die Täter vom Fenster aus nicht einsehen können – und lässt die beiden unverrichteter Dinge stehen.

Täter fliehen Richtung Giften

Die Täter fliehen daraufhin entlang der Voss-Straße in Richtung Giften. Die Frau ruft die Polizei, die kurz darauf mit mehreren Einsatzfahrzeugen und einem Hubschrauber vor Ort ist und die Suche nach den Flüchtigen aufnimmt.

Die 41-Jährige sagt den Beamten gegenüber aus, sie habe einen lauten Knall gehört, bevor die Männer verschwanden. Die Polizei hat bislang allerdings keine Indizien dafür gefunden, dass die Männer ihre Waffe tatsächlich benutzten.

Erste Täterbeschreibung liegt vor

Das könne er sich auch nicht vorstellen, sagt Jan Prepelytsky, ebenfalls Inhaber eines in der Voss-Straße gelegenen Kiosks, der bereits zweimal überfallen und einmal Opfer eines Einbruchs wurde. „Es ist viel zu gefährlich, wenn du eine echte Waffe bei dir hast. Lohnt doch nicht. Was kannst du aus so einem Kiosk mitnehmen, ein paar hundert Euro vielleicht. Dafür schießt keiner mit einer richtigen Waffe.“

Die Polizei will den Ausgang der Ermittlungen abwarten, bevor sie sich zu den Details des Überfalls äußert. Noch sind die beiden Täter unbekannt und auf der Flucht. Eine erste Beschreibung liegt jedoch vor:

Zwei maskierte Männer

Der Täter, der die Angestellte mit der Waffe bedrohte, soll etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß und schlank sein. Die Frau schätzt den Mann auf 20 bis 25 Jahre, er soll braune Augen haben. Der Mann hatte nach Angaben der Frau außerdem eine schwarze Jacke an und vermutlich einen Rucksack auf dem Rücken.

Der zweite Mann war nach Aussage der Zeugin etwa 1,80 Meter groß und ebenfalls schwarz bekleidet. Die beiden Männer waren laut Zeugin mit schwarzen Sturmhauben maskiert.

Kiosk-Besitzer schlägt Täter in die Flucht

Die Tat erinnert tatsächlich entfernt an die beiden Überfälle auf Prepelytskys Kiosk: Im Jahr 2011 setzt er sich mit einem Messer gegen zwei Männer zur Wehr, die von ihm die Herausgabe der Tageseinnahmen fordern und ihn dabei mit einer Eisenstange bedrohen. Als er im April 2017 wieder zwei bewaffneten Räubern gegenübersteht, schlägt er auch diese in die Flucht. Und jedes Mal nehmen die Räuber reißaus entlang der Voss-Straße, stadtauswärts Richtung Giften. So wie auch im aktuellen Fall.

Noch tragischer verläuft allerdings ein nächtlicher Einbruch, den der Kiosk-Inhaber selbst erst am nächsten Morgen registriert: Im August 2012 brechen vier Täter, darunter zwei Frauen, den Kiosk auf und stehlen Zigaretten. Eine der beiden Täterinnen, eine 29-Jährige aus Hildesheim, wird auf der Flucht an einem Barntener Bahnübergang von einem Zug erfasst und tödlich verletzt. Am Unfallort stellen Polizei und Feuerwehr ein paar Stangen Zigaretten sicher – ein Teil der Beute aus dem Sarstedter Kiosk.

Polizei erbittet Hinweise

Wer zu dem Tatgeschehen im aktuellen Fall Angaben machen kann oder Beobachtungen gemacht hat, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten, den bittet die Polizei, sich bei der Dienststelle in Hildesheim unter der Nummer 05121 – 939 115 zu melden.

  • Hildesheim
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