Konzept auch vom Bistum Hildesheim

Kirchen wollen gemeinsamen christlichen Religionsunterricht in Niedersachsen einführen

Hildesheim/ Hannover - Die evangelischen und katholischen Kirchen in Niedersachsen wollen beim Religionsunterricht künftig enger kooperieren. Das gemeinsame Konzept sieht einen gemeinsamen Unterricht für Katholiken und Protestanten vor.

Katholischer und evangelischer Religionsunterricht soll in Niedersachsen künftig gemeinsam stattfinden. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim/ Hannover - Die evangelischen und katholischen Kirchen in Niedersachsen wollen nach Jahren der Kooperation einen gemeinsamen christlichen Religionsunterricht einführen. Dieser soll den konfessionell getrennten Religionsunterricht ersetzen und weiterhin auch nicht getauften Schülern offenstehen, kündigten beide Kirchen am Mittwoch an.

Geplant seien zunächst Gespräche mit dem Kultusministerium sowie das Erarbeiten gemeinsamer Inhalte. Der gemeinsame Religionsunterricht könnte zum Schuljahr 2023/24 starten. Es soll sich weiterhin um einen glaubensorientierten Unterricht und nicht ein allgemeines Fach Religionskunde handeln.

„Einmalige Initiative in Deutschland“

Nach Angaben der Kirchen handelt es sich um eine in dieser Form einmalige Initiative in Deutschland, die auf die besondere Situation im Flächenland Niedersachsen zugeschnitten ist. 46 Prozent der Schüler sind dort gegenwärtig evangelisch und 16 Prozent katholisch.



In zunehmendem Maße wird der Unterricht ohnehin bereits gemeinsam organisiert, weil in den jeweiligen Landstrichen die Zahl der Schüler einer Konfession zu gering ist oder Lehrkräfte für separate katholische und evangelische Religionsstunden fehlen. Dazu kommt, dass eine nicht unerhebliche Zahl der Schüler im Religionsunterricht keiner Kirche angehört, aber trotzdem gerne an dem Fach teilnimmt.

Konzept von den fünf Kirchen in Niedersachsen entwickelt

Die Konzeption wurde von den fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen, dem Bistum Hildesheim, dem Bistum Osnabrück und dem Bischöflich Münsterschen Offizilat erarbeitet. In einem nächsten Schritt werden die Kirchen Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen über die Umsetzung der Konzeption beginnen.

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