Massiver Polizeieinsatz sichert Kundgebungen

Hildesheim - Rund um den Hildesheimer Hauptbahnhof gab es am Samstag Kundgebungen der Rechten und ihrer Gegner. Zunächst am Angoulêmeplatz, dann standen sich die beiden Lager am Hauptbahnhof gegenüber.

Hildesheim - Mit bunten Fahnen und Plakaten zogen sie durch die Fußgängerzone bis zum Hauptbahnhof: Etwa 200 Gegendemonstranten haben am Samstag gegen 23 Anhänger der Partei „Die Rechte“ mobil gemacht.

Lautstarke Proteste

Die Gegendemonstranten versuchten dabei, die Reden ihrer Kontrahenten bei deren Kundgebung am Hauptbahnhof lautstark zu übertönen. Auch Sirenengeheul und laute Musik drang aus einem Fenster eines Wohnhauses in der Nähe der Kundgebung. Die Polizei stellte fest, dass es sich um ein Gebäude in der Bernwardstraße handelte und unterband die illegale Störung der angemeldeten Kundgebung. Ein dreistelliges Polizeiaufgebot mit Kräften aus Hildesheim und Braunschweig sorgte dafür, dass die Kundgebung und die Gegendemo auf dem Angoulêmeplatz und später am Bahnhof nicht aus dem Ruder liefen.

Großaufgebot mit Schutzhunden

Die Polizei war dazu auch mit einer Flotte von Mannschaftswagen sowie Schutzhunden angerückt. Deren aufgeregtes Gebell gehörte ständig zum lärmenden Szenario am Hauptbahnhof.

Der Protestzug der Gegenkundgebung in der Fußgängerzone und die Kundgebung der Rechten am Bahnhof verlief fast ohne Zwischenfälle. Die Polizei ermittelt in zwei Fällen wegen Körperverletzung und einer Sachbeschädigung.

Fliegender Milchshake

Am Samstagnachmittag schien die Situation am Bahnhofshaupteingang kurzzeitig zu eskalieren. Ein Gegendemonstrant warf offenbar einen Milchshake-Becher gegen ein Fenster des Lieferwagens, mit dem die rechte Gruppe unterwegs war. Der wollte gerade vom Bahnhofsvorplatz abbiegen, da flog der Becher. Hektische Szenen folgten. Polizisten eilten herbei und sicherten sofort den Schauplatz des Vorfalls, daraufhin beruhigte sich die Situation.

Die Aktion der Rechten war die zweite in kurzer Zeit in Hildesheim. Zuletzt war es zu einer ähnlichen Situation am 18. Mai gekommen, als rund 1500 Gegendemonstranten gegen Rechts auf die Straße gegangen war. Auch diesmal war das zahlenmäßige Kräfteverhältnisse krass. Die Gegendemonstranten durften nur wenige Meter von den Rechtsnationalen entfernt ihre Slogans skandieren. „Gut, wenn alles friedlich ist“, zeigte sich der Versammlungsleiter der Gegendemo, Tim Bellgardt, erleichtert. „Das polizeiliche Konzept, Kundgebungen zu schützen und wenn nötig durchzugreifen, ist aufgegangen,“ so Polizei-Einsatzleiter Peter Girschik.

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