Vorfall im Waldbad

Mann soll heimlich 14-Jährigen in Lamspringe gefilmt haben: Zeugen gesucht

Lamspringe - Er soll Löcher in Wände von Umkleiden des Waldbads Lamspringe gebohrt – und einen Jungen gefilmt haben. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt.

Ein Mann soll mit einem Handy Aufnahmen eines 14-Jährigen gemacht haben. Tatort war das Waldbad Lamspringe. Foto: HAZ

Lamspringe - Die Staatsanwaltschaft Hildesheim versucht weiter Licht ins Dunkel eines aufsehenerregenden Falls in Lamspringe zu bringen. Dort hatte ein Schwimmmeister in der vergangenen Woche einen aus seiner Sicht verdächtigen 61-jährigen Mann aus dem Landkreis beobachtet. Der soll heimlich ein Video mit seinem Handy gemacht haben – von einem 14-jährigen Jungen in einer Kabine des Waldbades.

Dieses Delikt beschäftigt weiterhin die Staatsanwaltschaft. Sie hofft nun auf die Berichte von Zeugen, um die Umstände des Falls aufzuklären.

Der Mann, gegen den ermittelt wird, steht außerdem im Verdacht, Löcher in die Wände von Umkleidekabinen der Anlage gebohrt zu haben – um so Badegäste beobachten zu können. Die Löcher hatte der Schwimmmeister entdeckt und diese nach eigenen Angaben inzwischen wieder verschlossen.

Liefern Datenspeicher Anhaltspunkte?

Die Polizei hatte den Mann aus dem Landkreis am Mittwochabend vergangener Woche im Freibad festgenommen – vor den Augen vieler Besucher.

Beamte durchsuchten später die Wohnung des 61-Jährigen. Dabei wurden Datenspeicher sicher gestellt, berichtete die Sprecherin der Hildesheimer Staatsanwaltschaft, Christina Pannek, am Donnerstag auf Nachfrage der HAZ.

Diese Daten, gespeichert etwa auf einem Mobiltelefon, könnten den Strafverfolgern wichtige Anhaltspunkt liefern. Doch dies kann dauern. „Die Auswertung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, so Pannek weiter.

Ermittler hoffen jetzt auf Hinweise

Die Staatsanwaltschaft setzt nun auch auf Hinweise von Zeugen, die möglicherweise im Waldbad etwas bemerkt haben. Zum Beispiel in den Umkleidekabinen der Anlage. Dort war der Verdächtige nach Angaben des Bad-Mitarbeiters am Dienstag vergangener Woche aufgetaucht, ohne seine Kleidung zu wechseln. Der Schwimmmeister alarmierte daraufhin die Polizei – zwei Beamte in Zivil nahmen den 61-Jährigen ins Visier und machten ihn am vergangenen Mittwoch schließlich dingfest.

Da es nach Angaben der Anklagebehörde keine Gründe für einen Haftbefehl gab, ist er mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit von einem Delikt aus, das der Gesetzgeber „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ nennt. Dabei geht es unter anderem um Aufnahmen einer Person, die sich in einer Wohnung oder „einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet“.

Gerichte können dieses Vergehen mit einer Geld- oder auch Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren ahnden. Die Ermittler sind für Hinweise von Zeugen unter 05121/939-115 erreichbar.

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