Mobiles Einsatzkommando greift ein

Mit Handgranate gedroht: Polizei überwältigt 42-Jährigen

Hildesheim - Ein Mobiles Einsatzkommando der Polizei muss in der Hildesheimer Nordstadt eingreifen, weil ein Mann mit einer Explosion droht – während sich noch ein neunjähriger Junge in der Wohnung befindet.

Die Polizei rückte am Dienstagabend mit einem Mobilen Einsatzkommando an, um in der Nordstadt einen 42-Jährigen zu überwältigen, der mit einer Explosion gedroht hatte. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Dramatischer Abend in der Nordstadt: Ein Mobiles Einsatzkommando der Polizei (MEK) hat am Dienstag gegen 20.30 Uhr in der Steuerwalder Straße einen betrunkenen 42-Jährigen in dessen Wohnung überwältigt.

Der Mann war zuvor mit seiner Lebensgefährtin in einen heftigen Streit geraten, woraufhin die 36-Jährige die Wohnung verließ. Offenkundig hatte sie die Situation als so bedrohlich empfunden, dass sie die Polizei alarmierte, ihren neunjährigen Sohn hatte sie allerdings in der Wohnung zurückgelassen.

Neunjähriger Junge mit Täter in der Wohnung

Als die Beamten schließlich eintrafen, beschimpfte er sie („Verpisst euch!“) und drohte schließlich damit, eine Handgranate zu zünden. Weil nicht klar war, ob der Mann tatsächlich im Besitz einer Handgranate oder anderer Waffen war, zogen die Polizisten spezialisierte Kollegen eines MEK hinzu, die die Wohnung im Ernstfall auch stürmen würden. Auch ein Spezial-Einsatz-Kommando (SEK) machte sich auf den Weg – es musste aber letztlich nicht mehr eingreifen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, evakuierten die Einsatzkräfte das Mehrfamilienhaus und brachten die Bewohner nach draußen. Der 42-Jährige ließ sich mehrmals in der Wohnungstür blicken, pöbelte herum, warf mit einer Bierflasche nach den Polizisten und drohte weiter mit der Explosion der Handgranate.

Mobiles Einsatzkommando greift ein

Den Beamten gelang es schließlich aber, den Mann dazu zu bringen, den Neunjährigen aus der Wohnung zu lassen. Kurz darauf griff das MEK schließlich ein und beendete das Szenario: Als der äußerst aggressiv auftretende Mann erneut die Tür öffnete, überwältigten die Einsatzkräfte ihn, wobei er heftigen Widerstand leistete. Die Beamten nahmen den 42-Jährigen, der nach HAZ-Informationen bereits in der Vergangenheit wegen Gewaltdelikten aufgefallen ist und auch schon im Gefängnis saß, in Gewahrsam. Eine Handgranate fand die Polizei in der Wohnung nicht.

Nach Gefährderansprache wieder auf freiem Fuß

Inzwischen wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt, die Ermittler sahen nach Gesprächen mit der Staatsanwaltschaft keine ausreichende Handhabe, den Mann in U-Haft zu stecken. Nach einer sogenannten Gefährderansprache durch die Polizei durfte der 42-Jährige am Mittwoch wieder gehen, seine Lebensgefährtin und deren Sohn sind nach Angaben des Polizeisprechers Jan Makowski nicht mehr in der alten Wohnung, sonders woanders untergekommen.

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