Was ist MS?

Multiple Sklerose – die Krankheit der 1000 Gesichter

Sarstedt - 200 000 Menschen sind alleine in Deutschland von MS betroffen. Heilbar ist die Krankheit nicht – der Körper zerstört sich nach und nach selber.

Auch Gehbehinderungen können eine Folge der Multiplen Sklerose sein. Foto: Patrick Pleul/dpa

Sarstedt - Die Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Das heißt, Gehirn, Rückenmark und Sehnerven sind betroffen.

Körper zerstört sich selbst

Mehr als zwei Millionen Menschen weltweit, geschätzt 200 000 in Deutschland sind erkrankt. Ihr Immunsystem attackiert fälschlicherweise die schützenden Ummantelungen der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark, die so genannten Myelinscheiden. Das führt zu Störungen in der Reizweiterleitung. Dadurch kommt es unter anderem zu Lähmungen, Muskelschwäche, Sehstörungen, Erschöpfung und Spastiken.

Ursache unbekannt

Aufgrund der vielfältigen Symptome trägt MS auch den Beinamen „Krankheit der 1000 Gesichter“. Das typische Erkrankungsalter liegt zwischen 20 und 40 Jahren; 70 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Die Ursache ist nach wie vor ungeklärt. Mediziner vermuten, dass Umweltfaktoren und Erbanlagen eine Rolle spielen.

So sollen zum Beispiel ein Vitamin D-Mangel im Kindesalter, Rauchen und bestimmte Viren das MS-Risiko erhöhen. Wie die Krankheit verläuft, ist nicht vorhersehbar. Am häufigsten beginnt sie in Schüben. Das bedeutet, es treten Krankheitssymptome auf, die sich nach einer gewissen Zeit spontan oder unter einer Schub-Therapie zurückbilden – ganz oder zumindest teilweise.

Noch nicht heilbar

Bei etwa 40 Prozent der Patienten geht der schubförmige Verlauf nach etwa zehn Jahren in einen fortschreitenden Verlauf über. MS ist nicht heilbar, aber durch medikamentöse Therapieansätze gut zu behandeln. Die wichtigsten Ziele dabei sind, Schübe zu verhindern, den Eintritt einer Behinderung zu verzögern und ihr Fortschreiten zu verlangsamen oder zu stoppen.

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