Tat im September 2019

Nach Flucht durch Elze: Doppelmörder ab Mittwoch vor Gericht

Elze/Göttingen - Die Tat sorgte bundesweit für Schlagzeilen: Ab Mittwoch steht ein Mann in Göttingen vor Gericht, weil er zwei Frauen ermordet haben soll. Er hielt im September 2019 in Elze die Polizei mit seiner spektakulären Flucht in Atem.

Großeinsatz am Elzer Bahnhof im September 2019: Der 52-Jährige sprang aus dem Fenster eines Metronoms und konnte fliehen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Elze/Göttingen - Vor dem Landgericht Göttingen beginnt am Mittwochnachmittag der Prozess um ein spektakuläres Verbrechen. Angeklagt ist ein 52-Jähriger wegen Doppelmordes. Ihm wird vorgeworfen, am 26. September vergangenen Jahres im Göttinger Stadtteil Grone seine 44 Jahre alte frühere Lebensgefährtin auf der Straße umgebracht und anschließend deren 57-jährige Arbeitskollegin getötet zu haben. Dem Beschuldigten gelang zunächst die Flucht –unter anderem sorgte er in Elze für ein Großaufgebot der Polizei. Er war per Bahn in Richtung Süden geflüchtet. Eine aufmerksame Schaffnerin hatte den Gesuchten erkannt und ihn der Polizei gemeldet. Doch als ihn am Bahnhof in Elze ein Großaufgebot sicherstellen wollte, wurde der Mann misstrauisch. Ihm gelang die Flucht aus dem Waggon.

In Göttingen gefasst

Der 52-Jährige wurde einen Tag später schließlich in Göttingen von Polizisten gestellt und überwältigt. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm in der Anklage vor, am Mittag des Tattages seiner ehemaligen Lebensgefährtin auf der Straße aufgelauert und sie mit einer brennbaren Flüssigkeit bespritzt zu haben. Anschließend habe er die Flüssigkeit in Brand gesetzt. Als die 44-Jährige habe flüchten wollen, habe er sie verfolgt und wiederholt mit einem Messer zugestochen. Das Opfer wurde mehrfach ins Herz getroffen. Die Frau starb noch am Ort des Verbrechens.

Zweites Opfer war eine Kollegin der 44-Jährigen. Als sie zu Hilfe eilen wollte, soll der Angeklagte auch auf die 57-Jährige wiederholt eingestochen haben, um sie zu töten. Die Frau starb später im Krankenhaus. Die Polizei sieht ein mögliches Motiv für die Tat darin, dass der 52-Jährige von seiner früheren Lebensgefährtin wiederholt abgewiesen worden sei.

Prozess trotz Corona

Der Prozess findet trotz der Corona-Krise statt. Allerdings werde die Zahl der im Verhandlungssaal anwesenden Personen auf ein Mindestmaß beschränkt, so dass der von Medizinern empfohlene Mindestabstand gewährleistet sei, sagte ein Justizsprecher. (mit dpa)

  • Region
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel