Corona-Pandemie

Nach Kritik der Kanzlerin: Wirtschaftsminister Althusmann verteidigt Vorgehen

Hannover - Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hat die trotz steigender Infektionszahlen geplanten Öffnungen in Modellkommunen verteidigt. Angela Merkel sprach zuletzt von Änderungen am Infektionsschutzgesetz, sollten die Länder sich nicht an Vorgaben halten.

Steht trotz steigender Infektionszahlen hinter den Modellversuchen: Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover - Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hat die trotz steigender Infektionszahlen geplanten Öffnungen in Modellkommunen verteidigt. „Ich befürchte, wir werden mit einem gewissen Infektionsgeschehen in Deutschland leben müssen. Deshalb sind solche Modellversuche, wie ich finde, nicht unvorsichtig oder gar leichtsinnig“, sagte der CDU-Politiker am Montag dem Radiosender NDR Info. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor in der ARD-Sendung Anne Will allen geplanten Lockerungen und Modellprojekten in Deutschland eine Absage erteilt.

„Die Kanzlerin ist getragen von einer tiefen Sorge um das Land, das respektiere ich, das anerkenne ich“, entgegnete Althusmann darauf angesprochen. “Aber wir müssen auch Wege heraus aus der Pandemie finden. Und dieser Weg kann nicht immer nur Lockdown lauten.“


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Niedersachsen will in etwa 25 großen, mittleren und kleinen Kommunen gekoppelt an Schnelltests weitreichende Öffnungen ermöglichen. Dabei geht es um Geschäfte, die Außengastronomie, Kulturzentren, Theater, Opernhäuser, Kinos und Fitnessstudios. Die Modellversuche sollen nach Ostern beginnen und drei Wochen dauern. Voraussetzung ist, dass der Sieben-Tage-Wert nicht über 200 liegt oder steigt. Derzeit liegen 4 von 45 Regionen in Niedersachsen über der 200er-Marke.



Bei Anne Will hatte Merkel am Sonntag außerdem davon gesprochen, das Infektionsschutzgesetz, wenn nötig, „noch mal anzupacken“. Was sie sich darunter vorstellt, sind konkrete Richtlinien, was bei welchen Infektionszahlen geschehen muss. Zuspruch erhielt sie vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der ebenfalls für striktere Beschränkungen plädiert.

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