Coronavirus

Neue Zahlen des Gesundheitsamts: Jetzt sieben Corona-Fälle im Kreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Inzwischen gelten im Kreis Hildesheim sieben Personen als Corona-positiv, 59 Menschen befinden sich in Quarantäne. Kein Patient muss stationär behandelt werden.

Corona-Abstriche werden verpackt (Symbolbild). Foto: Marcel Kusch/dpa

Kreis Hildesheim - Der Landkreis hat am Donnerstagabend neue Zahlen zum Coronavirus bekannt gegeben: Demnach sind inzwischen sieben Personen in der Region Hildesheim mit dem Virus infiziert, 59 befinden sich auf Weisung in Quarantäne.

Nach Angaben der Leiterin des Hildesheimer Gesundheitsamts, Dr. Katharina Hüppe, seien alle positiv getesteten Personen bislang in guter Verfassung: „Zum Glück sind die Krankheitsverläufe im Landkreis Hildesheim bisher nur leicht, keiner der Infizierten ist auf eine stationäre Behandlung angewiesen.“

129 Fälle in Niedersachsen

In ganz Niedersachsen waren bis gestern Abend 129 Corona-Fälle offiziell registriert – das sind 51 mehr als noch am Mittwoch. Ein Infizierter, dessen Fall seit Mittwoch für Schlagzeilen sorgt, ist der Hannover 96-Profifußballer Timo Hübers. Er war nach einem Besuch auf der Ehemaligenfeier der Michelsenschule in Hildesheim positiv gestestet worden. Weil er auf dieser Party auch Kontakt zu einer infizierten Frau gehabt haben soll, gab es Spekulationen, dass er sich bei ihr angesteckt haben könnte. Diese Theorie hält Gesundheitsamtschefin Hüppe inzwischen für unwahrscheinlich. Da inzwischen bekannt geworden ist, dass ein Mannschaftskollege von Hübers ebenfalls infiziert ist, dieser aber nicht auf der Michelsenfeier war, ist es aus Sicht Hüppes wahrscheinlicher, dass sich beide Spieler „zum Beispiel auf der vorangegangen Mannschaftsfahrt infiziert haben“.

Der Landkreis Hildesheim hat die Teams des Gesundheitsamts in den vergangenen Tagen bereits aufgestockt, um die im Zusammenhang mit der Coronakrise anfallende Arbeit zu bewältigen. Dabei geht es etwa um die Besetzung der Telefonhotline und die Beantwortung von Bürgerfragen sowie den Kontakt zu den in Quarantäne befindlichen Personen. Es gebe noch eine personelle Reserve, teilt die Kreisverwaltung mit: „Zurzeit werden noch nicht alle Mitarbeiter für diese Aufgaben eingesetzt, damit andere gesetzliche Aufgaben wie Schuleingangsuntersuchungen noch durchgeführt werden können.“

„Infektionskette verlangsamen“

Das Gesundheitsamt verweist noch einmal ausdrücklich auf die Vorsorgemaßnahmen, die jeder leisten kann und zur Eindämmung des Virus’ beitragen kann: Möglichst Abstand zu anderen Menschen halten, regelmäßig und gründlich die Hände waschen, Niesen und Husten in die Armbeuge, nicht in die Hände. Zugleich mahnt die Behörde, Panik zu vermeiden: „Es muss sich niemand sorgen, dass er sich auch mit dem Virus infiziert, nur weil sich in seiner Nachbarschaft jemand in häuslicher Quarantäne befindet.“ Hildesheims Landrat Olaf Levonen erklärt zur aktuellen Lage: „Wir können das Virus nicht aufhalten. Ziel ist es, die Infektionskette zu verlangsamen und so dafür zu sorgen, dass alle schwer erkrankten Personen auch adäquat medizinisch versorgt werden können.“

Das Gesundheitsamt hat bislang weder Schulen noch Betriebe in der Region geschlossen. Als eine Maßnahme zur Verlangsamung der Virusverbreitung steht auf Landesebene aber offensichtlich im Raum, ab Montag alle Schulen in Niedersachsen zu schließen. Entsprechende Meldungen bestätigte das Gesundheitsministerium gestern nicht, ein Sprecher verwies darauf, dass weitere Schritte im Kampf gegen das Virus heute bekannt gegeben werden sollen. In den Schulen in Stadt und Landkreis war die mögliche Schließung gestern das bestimmende Thema. „Ich habe mich heute den ganzen Tag ausschließlich darum gekümmert“, sagte etwa Rene Mounajed, Leiter der Hildesheimer Robert-Bosch-Gesamtschule, am Donnerstagabend. Er habe bei der Landesschulbehörde nachgehakt, ob das Land denn nun alle Schüler bis nach Ostern nach Hause schicken will, sei aber vertröstet worden. Ungeachtet dessen hat die RBG alle Voraussetzungen getroffen, um alle schnellstmöglich zu informieren, sollte die Anweisung vom Land eintreffen. „Wir brauchen dann nur noch aufs Knöpfchen zu drücken, dann geht der Elternbrief raus“, sagt Mounajed.

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