Corona-Krise

Maskenpflicht gilt ab Montag in Niedersachsen – auch Schals sind erlaubt

Hannover/Hildesheim - Ab Montag gilt auch in Niedersachsen eine Maskenpflicht. In Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen müssen die Menschen dann eine Gesichtsmaske getragen.

Stephan Weil (SPD) trägt einen Mundschutz. Er ist überzeugt, dass Alltagsschutzmasken bald zu unserem öffentlichen Leben gehören. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover/Hildesheim - Niedersachsen bekommt nun doch eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Vom kommenden Montag an werde das Tragen einer „einfachen Mund-Nasen-Bedeckung“ im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht werden, sagte die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Dienstagnachmittag bei der regelmäßigen Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs der Landesregierung.

Damit sei ausdrücklich auch das Tragen eines Schals gemeint. „Es muss sich also keiner Sorgen machen“, wenn er nicht rechtzeitig eine Maske besorgen könne. Ausgenommen von der Regelung sind Reimann zufolge Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres sowie Menschen, bei denen eine Erkrankung das Tragen einer Maske verhindert. Die Verordnung soll am 27. April in Kraft treten.

Reimann warnt: „Kein Schutz vor Ansteckung“

Reimann äußerte sich aber auch skeptisch. „Die wichtigste Botschaft ist: Das Tragen einer einfachen Mund-Nasen-Bedeckung schützt uns nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.“ Nach wie vor fehlten Hunderttausende FFP-2- und FFP-3-Masken. Dieses Material dürfe nicht zum Einkaufen und im Bus genutzt werden. „Bitte überlassen Sie das den Profis“, appellierte Reimann an die Bürger. Ärzte und Krankenschwestern etwa seien viel gefährdeter.



Gleichwohl gebe es auch gute Gründe für die Regelung. Selbst ein einfacher Mund-Nasen-Schutz reduziere schon das Risiko für die Mitmenschen, sich anzustecken. Die Masken seien zudem auch ein Signal der Solidarität untereinander. „Sie sind auch ein Signal, dass wir uns in einer absoluten Ausnahmesituation befinden“, so Reimann.

Weitere Details sollen Donnerstag folgen

Reimann wollte keine Details zur Verordnung nennen, etwa was das Tragen von Masken in öffentlichen Gebäuden oder bei der Schülerbeförderung betrifft. Das sei aber bis Donnerstag klar. Auch bei den Schulen möchte das Land einen „Gleichklang“ mit den anderen Bundesländern. Kultusminister Tonne spreche darüber gerade mit seinen Länderkollegen. Auch zu einem möglichen Bußgeld äußerte sich Reimann nicht.


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Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zufolge soll die Regelung auch einen Weg zurück zu mehr Normalität ebnen. „Wir unterstützen damit auch zukünftige Lockerungen, die zu einer weiteren Belebung führen können“, erklärte Weil. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte: „Je besser die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind, desto schneller können wir Fortschritte erzielen, die uns schrittweise wieder mehr Lockerungen im Alltag bringen können.“

Von Ralf Heußinger

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