Lockdown verlängert

Niedersachsen setzt Präsenzpflicht für Grundschüler aus

Hannover - Der Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert – und in Niedersachsen können künftig die Eltern von Grundschülern entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. Das hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwochvormittag bekannt gegeben.

Eltern müssen ihre Kinder nicht mehr in die Grundschule schicken – die Präsenzpflicht wird ausgesetzt. Foto: Chris Gossmann (HAZ Archiv)

Hannover - Nach den Bund-Länder-Beschlüssen zu einem schärferen Vorgehen in der Corona-Pandemie sollen in Niedersachsen die Grundschüler im Wechselunterricht bleiben – aber die Präsenzpflicht wird ab Donnerstag bis Mitte Februar ausgesetzt. Das hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwochvormittag angekündigt. „Wir haben uns darauf verständigt, dass die bisherige Beschlussvorgabe restriktiver gehandhabt werden soll als bisher“, sagte Weil. So werde ein „gutes Bildungsangebot mit der Entscheidung von Eltern, wie sie ihre Verantwortung für ihre Kinder wahrnehmen können“, verbunden. Familien könnten so für sie passende Lösungen finden. „Damit sind wir absolut im Korridor dessen, was wir gestern vereinbart werden“.

„Ein Schulbesuch für Grundschüler ist weiter möglich“, betonte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Für Schüler der Klassen eins bis sechs soll es weiter eine Notbetreuung geben. Aber die Zahl der in den Klassen anwesenden Schüler werde so reduziert. Tonne sprach bei der Entscheidung von einem „Ringen, was im Widerstreit unterschiedlicher Interessen möglich ist“. Die Unterlagen sollen noch heute an die Schulen rausgehen, bis Freitag sollen die Rückmeldungen der Eltern möglichst vorliegen. In Kitas bestehe kein Anpassungsbedarf, sie sind in Niedersachsen geschlossen mit Notbetreuung.

Standard der OP-Maske

Auch in Niedersachsen soll künftig eine erweiterte Maskenpflicht gelten. „Wir haben uns auf den Standard der OP-Maske verständigt“, betonte Weil. Sie sei gut verwendbar, reichlich vorhanden und preiswert. Diese OP-Masken sollen in Bussen und Bahnen und im Handel getragen werden.


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Bei den Kontaktbeschränkungen gibt es keine Änderungen, hier gilt weiter das Prinzip „Ein Haushalt plus eine Person„. Religionsgemeinschaften müssen künftig Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen vorher anmelden. „Wir haben immer wieder größere Ausbrüche nach Treffen von kleineren Religionsgemeinschaften“, sagte Weil.

Dienstag hatten Bund und Länder in einer Corona-Schalte erneut über die Pandemie-Maßnahmen entschieden. Der Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert und das Homeoffice soll ausgeweitet werden.

Bis Mitte Februar Inzidenz unter 50?

Am Mittwochmorgen hatte Weil schon im ARD-Morgenmagazin geäußert, er gehe davon aus, dass die neuen Beschlüsse ausreichen, um die Infektionszahlen bis Mitte Februar unter den Inzidenzwert von 50 zu drücken.



Am Dienstagvormittag hatte der Corona-Krisenstab des Landes bekannt gegeben, dass es Verzögerungen beim Impfstoff gibt: Niedersachsen habe demnach 40 Prozent weniger Impfstoff erhalten als geplant.

Von RND/sap/jok

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