„Fahren hier doch immer“

Polizei schnappt Dutzende Radler in Sarstedter Fußgängerzone

Sarstedt/Kreis Hildesheim - Verkehrswoche mit gezielten Kontrollen im Nordkreis: Viele zeigen sich wenig einsichtig – und eine Raserin hat Glück mit dem Bußgeldkatalog.

Dieser Radfahrer fährt zu einem Zeitpunkt durch die Sarstedter Fußgängerzone, als es erlaubt ist. Doch viele andere halten sich nicht an die Regeln. Foto: Tarek Abu Ajamieh

Sarstedt/Kreis Hildesheim - Dass viele Radfahrer trotz Verbots mit ihren Drahteseln durch die Sarstedter Fußgängerzone rollen, erleben Anwohner und Passanten jeden Tag. Jetzt hat die Sarstedter Polizei im Rahmen einer Verkehrswoche in ihrem gesamten Zuständigkeitsbereich auch die Steinstraße zwischen Commerzbank und Hahnenstein einmal genauer unter die Lupe genommen. Ergebnis nach Angaben der Beamten: „37 Verstöße in kürzester Zeit.“

Die betreffenden Radfahrer mussten jeweils 15 Euro Bußgeld entrichten, zeigten sich aber wenig einsichtig: Viele erklärten, sie würden immer durch die Fußgängerzone radeln. Eine Gruppe von Radfahrern aus Klein Escherde verwickelte die Beamten sogar in ein lautstarkes Streitgespräch. In der Sarstedter Fußgängerzone ist das Radfahren zwischen 11 und 18 Uhr verboten.

„Regel hat ihren Sinn“

Diese Regel habe doch durchaus ihren Sinn, wirbt die Polizei um Verständnis: „Wenn Fußgänger dort arglos queren und zeitgleich die Radfahrer, teils mit hohem Tempo, durch die Fußgängerzone fahren, steigt dort das Risiko verletzungsträchtiger Unfälle erheblich.“

Zum Teil unterstützt von Beamten der Bereitschaftspolizei Hannover und aus weiteren Dienststellen, waren die Sarstedter Ordnungshüter in der vergangenen Woche nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Gemeinden Nordstemmen, Giesen, Harsum und Algermissen besonders aktiv, um „im Straßenverkehr das Bewusstsein für Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer zu schärfen und auf Gefahren aufmerksam zu machen“.

41 Stundenkilometer drüber

Dazu gehörten auch Geschwindigkeitskontrollen in den Bereichen Groß Escherde und Harsum. Dabei erwischten die Beamten eine 25-jährige Autofahrerin, die 41 Stundenkilometer schneller unterwegs war als erlaubt. Sie muss mit einem Bußgeld von 160 Euro, zwei Punkten sowie einem einmonatigen Fahrverbot rechnen. Würde der neue, derzeit wegen Formfehlern ausgesetzte Bußgeldkatalog angewandt, wäre sogar die doppelte Summe fällig geworden.

Auffällig war nach Angaben der Polizei zudem, wie viele Autofahrer sich nicht anschnallen.

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