Urteil des Amtsgerichts Hildesheim

Polizistin am Telefon beleidigt: 1500 Euro Geldstrafe

Hildesheim - Das Amtsgericht Hildesheim hat einen 47-jährigen wegen Beleidigung einer Polizistin zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Der Mann hatte über den Notruf in der Polizei-Leitstelle in Hameln angerufen.

Das Hildesheimer Amtsgericht verurteilte den 47-Jährigen zu einer Geldstrafe. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Das Amtsgericht Hildesheim hat einen 47-jährigen Hildesheimer wegen Beleidigung einer Polizistin zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Der Mann hatte über den Notruf in der
Polizei-Leitstelle in Hameln angerufen, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Göttingen am Donnerstag mitteilte.

Der Vorfall ereignete sich an einem Freitagabend im März. Der 47-Jährige teilte der Polizistin damals am Telefon mit , dass er sich in einem Bus befinde und dass
es zu Streitigkeiten mit dem Busfahrer gekommen sei. Ein vernünftiges Gespräch
mit dem Anrufer war allerdings nach Angaben der Polizeisprecherin nicht möglich. Im weiteren Verlauf des Telefonats
habe er die Beamtin beschimpft und beleidigt. Die Frau erstattete daraufhin Anzeige.

Polizeipräsident lobt Urteil

Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig begrüßte das Urteil am Donnerstag. „Ein deutliches Signal der Justiz, dass
derartige Entgleisungen nicht hingenommen werden“, lässt sich Lührig in einer Pressemitteilung zitieren: „Eine Beleidigung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.“ Das verdeutliche auch der Strafbefehl des Amtsgerichts noch einmal. Er signalisiere außerdem, dass solches
Verhalten nicht geduldet werde. Die Behördenleitung werde in derartigen Fällen regelmäßig einen Strafantrag stellen.

Solche Vorfälle werden laut Polizei immer häufiger zur Anzeige gebracht. Waren es im Bereich der
Polizeidirektion Göttingen im vergangenen Jahr etwa 100 Anzeigen, sind es im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits mehr als 60.

Notruf nicht missbrauchen

Lührig weist außerdem darauf hin, dass der Polizeinotruf 110 für echte Notfälle gedacht ist – und nicht missbraucht werden darf: „Durch Anrufe wie die des 47-Jährigen werden Kapazitäten gebunden, die vielleicht an anderer Stelle dringender gebraucht worden wären."

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