Polizei

Region Hildesheim: Land bangt um Polizeihund-Ausbildung

Kreis Hildesheim - Die Polizei in der Region Hildesheim muss künftig möglicherweise auf einige Diensthunde verzichten. Das liegt laut Land an einer neuen Tierschutzverordnung.

Ein Diensthund mit seinem Hundeführer in einem Polizeihubschrauber. Foto: Chris Gossmann (HAZ-Archiv)

Kreis Hildesheim - Dem Land zufolge muss die Polizei künftig möglicherweise auf viele Diensthunde verzichten. Das liege an einer Bestimmung in der neuen Tierschutz-Hundeverordnung, die bundesweit gilt: Demnach sind schmerzhafte Mittel wie Stachelhalsbänder bei der Erziehung verboten. Wie sich dies auf den Einsatz von Polizei-Hunden in der Region Hildesheim auswirkt und ob ein Mangel an Schutzhunden herrschen wird, ist noch ungewiss. Derzeit kann die Polizei die Tiere wie gewohnt einsetzen.

Polizei-Schutzhunde wurden bisher unter anderem mit Stachelhalsbändern ausgebildet, die sie auch bei besonderen Einsätzen wie bei Fußballspielen tragen, um sie stets kontrollieren zu können.

„Letzte Konsequenz“

Das Land fordert für die Zukunft eine Ausnahme für die Polizei. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt dies kategorisch ab. „Tierschutzwidrig bleibt tierschutzwidrig“. Tierschutzpräsident Thomas Schröder dazu: „Solange eine Ausbildung von und der Umgang mit Schutzhunden nur unter Zuhilfenahme tierschutzwidriger Maßnahmen möglich ist, bleibt als letzte Konsequenz nur die Abschaffung des Schutzhundewesens.“

Derzeit sind Polizeihunde dem Land zufolge weitgehend weiter im Einsatz, auch ohne Stachelhalsband oder nur mit normalen Halsband. Auch hierzulande: „Aktuell sind für die Region Hildesheim keine Einschränkungen zu erwarten“, berichtet Natalie Bornemann-Zarczynska von der zuständigen Polizeidirektion in Göttingen. „Oberste Prämisse ist, dass die Diensthunde jederzeit kontrolliert werden können. Deren Entwicklung wird deswegen genau betrachtet. Zudem werden die ,Mensch-Hund-Teams’ regelmäßig gesichtet und überprüft.“

Hunde für viele Zwecke

Im Bereich der örtlichen Polizeiinspektion sind aktuell acht Hunde unterwegs – landesweit sind es 223. Einige davon sind zusätzlich als Leichen-, Brandmittel-, Sprengstoff-, Rauschgift- und Banknotenspürhund ausgebildet. Für das Training dieser Spezialhunde sorgt die Hundeschule der Polizei in Ahrbergen. Die kann auch mit Blick auf die neue Tierschutz-Hundeverordnung ihren Betrieb aufrechterhalten, so Michael Rehberg, Leiter des Zentrale Diensthundwesen (ZDH) der Polizei Niedersachsen am Standort Ahrbergen. Dort wird auch die Zulassungsprüfung für den Schutzhund-Einsatz abgenommen. Diese Tiere werden von den Diensthundeführern in Hildesheim ausgebildet.

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