Tatort Bahnhofsallee

Sechs Männer nach Messer-Zoff im Visier der Kripo Hildesheim

Hildesheim - Der teils chaotische Streit zwischen zwei kurdischen Gruppen in der Bahnhofsallee ist weitestgehend aufgeklärt. Sechs Männer bezichtigen sich nun gegenseitig.

Nach dem Streit in der Bahnhofsallee versammelten sich massenhaft Menschen auf der Straße. Foto: Manuel Lauterborn

Hildesheim - Knapp eine Woche nach dem öffentlichen Aufruhr beim gewalttätigen Streit in einem Veranstaltungsraum in der Hildesheimer Bahnhofsallee hat die Kripo bei ihren Ermittlungen große Fortschritte gemacht.

Wie die Polizei am Freitagmittag mitteilte, ist der Ablauf der Messerstecherei weitestgehend klar. Auch die sechs mutmaßlichen Täter und Opfer, die sich gegenseitig bezichtigen, sind bekannt.

Beim Streit die „Ehre“ verletzt?

Anders als zunächst von der Polizei gemeldet, handelte es sich um keine Massenschlägerei – allerdings waren massenhaft Zeugen in den Fall verwickelt, die versucht haben sollen, die Streithähne auseinander zu bringen. Der Zwist soll sich nach Informationen der Redaktion unter zwei kurdischen Gruppen angebahnt haben. Sie saßen in dem Raum unter dem Imbiss Öz Baba beisammen und spielten unter anderem Karten. Ursprünglicher Auslöser der Unstimmigkeiten war Ärger über einen angeblich zu lauten Teilnehmer. Der verbale Austausch darüber muss aber sehr eskaliert sein, die Polizei bestätigt, dass es bald um „verletzte Ehre“ ging. Unbestätigten Informationen der Redaktion zufolge sollen auch Mütter beleidigt worden sein – das würde immerhin zum Thema „Ehre“ passen.

Die sechs Streithähne sind allesamt männlich und bezichtigen sich gegenseitig. Sie sollen mit Fäusten, Einrichtungsgegenständen und Messern aus dem Küchenbereich im Veranstaltungsraum aufeinander losgegangen sein. Zwei Tatverdächtige aus einer der beiden Gruppen sind 33 und 40 Jahre alt und wohnen in Hildesheim und Celle – gegen sie wird laut Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Auch diese beiden Männer wurden verletzt, einer trug eine Platzwunde am Kopf davon, entließ sich jedoch selbst aus dem Krankenhaus. Das Duo beschuldigt seinerseits vier Männer im Alter zwischen 20 und 45 Jahren aus der anderen Gruppe, die allesamt leichte oberflächliche Wunden erlitten haben. Dieses mutmaßliche Opfer-Quartett wohnt in der Stadt und im Landkreis Hildesheim – und wird in einem weiteren Strafverfahren als mutmaßliche Tatverdächtige geführt.

Polizei findet verbotenen Gegenstand

Einer aus der Gruppe soll einen sogenannten verbotenen Gegenstand dabeigehabt haben und muss sich nun auf Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz einstellen. Verbotene Gegenstände sind zum Beispiel Wurfsterne, Schlagringe oder Einhandmesser.

Wie berichtet, waren am vergangenen Samstagabend in der Bahnhofsallee reihenweise Streifenwagen und Rettungswagen im Einsatz. Viele Zeugen waren aus benachbarten Lokalen herbeigeeilt.

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