Segelflieger stürzt ab: Flugschüler aus Alfeld verletzt

Bad Gandersheim - Beim Absturz eines Segelflugzeugs auf dem Flugplatz im südniedersächsischen Bad Gandersheim ist ein 18-Jähriger aus Alfeld verletzt worden.

Bad Gandersheim - Langsam verliert das Segelflugzeug an Höhe. Eigentlich normal im Landeanflug auf den Segelflugplatz in Bad Gandersheim. Doch aus unbekannter Ursache geht es schneller nach unten als geplant. Ein 18-jähriger Flugschüler aus Alfeld kann das Flugzeug nicht über den Baumwipfeln des nahen Waldes halten und streift die Baumspitzen. Dann geht alles ganz schnell: Das Flugzeug stürzt zwischen den Bäumen ab und zerschellt am Boden.

Der junge Mann hat Glück: Er ist zwar schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Ein Rettungshubschrauber bringt ihn in das Universitätsklinikum Göttingen.

Andreas Wenzeck ist Vorsitzender des Luftsportvereins (LSV) Thermik Alfeld – und zeigt sich vor allem erleichtert, dass der Flugschüler wieder komplett gesunden wird: „Hauptsache, der Pilot wird wieder fit.“ Wenzeck hatte am Montagnachmittag bereits mit ihm telefoniert und kann Entwarnung geben.

Flugzeug komplett zerstört

Schlimm erwischt hat es dagegen das Flugzeug, das Eigentum des Vereins ist. Der Flieger hatte einen Wert von 60 000 Euro und wurde bei dem Absturz komplett zerstört. Wenzeck weist darauf hin, dass es das erste Mal in der Geschichte des Vereins ist, dass sich ein Flugschüler verletzt hat. „Seit mehr als 30 Jahren hat es keine Verletzungen gegeben.“ Der wirtschaftliche Schaden für den Verein halte sich allerdings in Grenzen, da das Flugzeug versichert sei.

Bei dem Verunglückten handelt es sich nach Angaben von Wenzeck um einen erfahrenen Flugschüler, der kurz vor seiner Flugprüfung stand. Wenzeck betont: „Er befand sich unter Aufsicht eines Fluglehrers. Es ist alles vorschriftsmäßig gelaufen.“

Unfall wird nicht untersucht

Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig wurde über den Vorfall informiert. Nach Angaben von deren Pressesprecher Jens Friedemann wird die Bundesstelle den Unfall allerdings nicht untersuchen: „Wir haben ein abgestuftes System für Flugunfälle, das an das jeweilige Ereignis angepasst ist.“ Dieser Unfall musste gemäß der gesetzlichen Regelung gemeldet werden. Die Bundesstelle werde ihn aber lediglich statistisch erfassen und auswerten.

Es war kein Mitarbeiter der Bundesstelle vor Ort und das Flugzeug wurde nach kurzer Zeit an den LSV Thermik freigegeben.

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