Sieben Straßen, die nach Personen benannt wurden

Hldesheim - Was haben eine schwedische Krankenschwester, ein deutscher Informatiker und ein beliebter Lokalpolitiker gemeinsam? Nach ihnen wurden Straßen in Hildesheim benannt.

Hldesheim - Derzeit werden acht Brücken im Stadtgebiet nach Hildesheims Partnerstädten benannt. Bereits in den vergangenen Jahren haben viele Orte der Stadt den Namen einer Stadt oder einer bekannten Persönlichkeit bekommen.

In einer zweiteiligen Serie stellen wir 14 Straßen, Wege und Plätze aus Hildesheimers Stadtteilen vor, die berühmte Namen tragen. Das sind die ersten sieben.

1. Pelizaeusplatz

Wilhelm Pelizaeus (1851 – 1930) war Kaufmann und von der Geschichte des alten Ägyptens fasziniert. Während eines langjährigen Aufenthalts in Ägypten erwarb er eine stattliche Privatsammlung, die er 1907 seiner Heimatstadt Hildesheim vermachte.

Der Pelizaeusplatz im Stadtteil Stadtmitte/Neustadt wurde am 14. Mai 1928 nach ihm benannt, also noch zu seinen Lebzeiten – eine Besonderheit. Der Gründung des Pelizaeus-Museums 1911 konnte er ebenfalls beiwohnen – seine altägyptische Sammlung kann im heutigen Roemer- und Pelizaeus-Museum bewundert werden.

2. Elisabeth-von-Rantzau-Straße

Hedwig Margarethe Elisabeth Gräfin von Rantzau (1625 – 1706) entstammte einem mächtigen Adelsgeschlecht und wurde in jungen Jahren an einen Heerführer des Dreißigjährigen Kriegs verheiratet. Durch die Ehe zog sie nach Paris, wo sie 1644 vom Protestantismus zum Katholizismus konvertierte. 1652 trat sie dem römisch-katholischen Frauenorden der Annuntiatinnen bei und siedelte in den späten 1660er Jahren nach Hildesheim um. Dort gründete sie das Kloster „Klein Bethlehem“, welches sie bis zu ihrem Tod leitete.

Die Elisabeth-von-Rantzau-Straße im Ochtersumer Neubaugebiet am Steinberg erhielt ihren Namen am 15. März 2010. Die Caritas hat die Ordensschwester ebenfalls zur Namenspatronin für die Elisabeth-von-Rantzau-Schule erkoren.

3. Martinusweg

Martin von Tours (um 316 – 397) war Bischof des Erzbistums Tours. Ursprünglich war er römischer Soldat, fand seine eigentliche Berufung aber in der Spiritualität wieder. Als überzeugter christlicher Gläubiger machte er sich schnell einen Namen und gelangte nach Gallien, dem heutigen Frankreich, wo er im Jahr 372 zum Bischof von Tours ernannt wurde. Dank seiner religiösen Verdienste wird er im Christentum als Heiliger verehrt.

Der Martinusweg in Achtum-Uppen hieß ursprünglich „Bernwardstraße“ und wurde nach der Eingemeindung am 27. Januar 1975 umbenannt. „Martinus“ ist die lateinische Bezeichnung für den Namen Martin.

4. Elsa-Brändström-Weg

Elsa Brandström (1794 – 1859) war eine schwedische Krankenschwester, die im russischen Zarenreich aufwuchs. Während des Ersten Weltkriegs bemühte sie sich um die Pflege und Krankenversorgung deutscher und österreich-ungarischer Kriegsgefangener, die in russischen Lagern interniert waren. Aufgrund ihrer Hilfsleistungen in sibirischen Gefangenenlagern wurde sie als „Engel von Sibirien“ bezeichnet. Der Elsa-Brändström-Weg in Itzum erhielt seinen Namen am 29. Juni 1981.

5. Samelsonplatz

Klaus Samelson (1918 – 1980) war Mathematiker, Physiker und einer der ersten deutschen Informatikwissenschaftler. Da ihm aufgrund seiner jüdischen Wurzeln ein Studium verweigert wurde, musste er sich bis zum Untergang des NS-Regimes gedulden, bis er 1946 eine wissenschaftliche Karriere beginnen konnte. Sein Interesse an den seinerzeit neuartigen Computern veranlasste ihn dazu, sich leidenschaftlich für die Anerkennung der Informatik als eigenständige Wissenschaft einzusetzen.

Der Samelsonplatz im Stadtteil Marienburger Höhe wurde 1987 feierlich nach dem Wissenschaftler benannt. Im dort ansässigen „Samelson-Campus“ sind unter anderem die Informatik-Studenten der Universität Hildesheim vertreten.

6. Luisenstraße

Luise Auguste Wilhelmine Amalie Herzogin zu Mecklenburg (1776 – 1810), besser bekannt als „Königin Luise von Preußen“, war die Gemahlin des preußischen Königs Wilhelm III. Zu Lebzeiten war sie nicht nur aufgrund ihrer bürgerlichen Art und ihrer bezaubernden Schönheit unter der Bevölkerung beliebt – ihre diplomatischen Bemühungen, mildernde Umstände für das im Krieg gegen Napoleon Bonaparte unterlegene Preußen auszuhandeln, haben zu ihrer Beliebtheit weit über ihren frühen Tod beigetragen.

Die Luisenstraße im Stadtteil Oststadt kann unter diesem Namen seit 1875 im Adressbuch der Stadt gefunden werden.

7. Hans-Pander-Weg

Johannes Pander (1930 – 2015), geläufiger „Hans“ genannt, wuchs in Oberschlesien auf und musste nach dem Krieg mit seiner Familie in den Westen fliehen. In seiner neuen Heimat Einum betätigte er sich jahrzehntelang als bürgernaher CDU-Lokalpolitiker. Bürgermeister, Gemeindedirektor, Ortsbeauftragter – es schien kein Amt zu geben, in dessen Position sich Pander nicht für Einum engagieren wollte. Diese leidenschaftlichen Bemühungen brachten ihm zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2011.

Der Hans-Pander-Weg in Einum wurde einst von Mitgliedern der CDU angelegt und wurde daher lange Zeit „Schwarzer Weg“ genannt. Am 12. Juli 2017 erhielt der Weg dann einen richtigen Namen – den des beliebten Einumer Politikers.

Von Milan Bauseneik

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