Kolumne Gefundenes Fressen

Smalltalk für die Katz

Hildesheim - Manchmal fehlen einem im Gespräch mit anderen die Worte – oder auch die Themen. HAZ-Kolumnistin Kathi Flau hat für solche Gelegenheiten immer eine Katze im Ärmel.

Die Kolumne Gefundenes Fressen erscheint jeden Montag in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung. Foto: HAZ

Hildesheim - Was an dieser Stelle, soweit ich mich erinnere, bisher unerwähnt blieb, ist, dass ich eine Katze habe. Das geht so nicht weiter, liebe Leserinnen und Leser, also sag ich’s hier und jetzt: Ja, ich habe eine Katze.

Darüber bin ich sehr froh, denn sonst hätte ich jetzt was über Covid und Omikron sagen müssen, und dazu hätte ich gar keine Lust gehabt. Sie sehen: Allein deshalb ist das Haben einer Katze sehr praktisch. Man kann sie stets aus dem Hut zaubern, will man ein anderes Thema vermeiden.

Auch diese Themen funktionieren immer

Haben Sie das Reden über Corona satt? Katze. Ist Ihnen beim Smalltalk das Wetter doch zu small, die Rolle Putins im Afghanistan-Konflikt aber zu big: Katze. Über Katzen lässt sich nicht nur Privates, sondern auch Allgemeingültiges sagen. Etwa, dass ihr Schnurren den menschlichen Blutdruck senkt. Auch interessant: eine Studie aus dem Jahr 2020 des „Journal for the Scientific Study of Religion”.

Sie offenbart, dass Menschen, die oft an Gottesdiensten teilnehmen, selten Katzen besitzen. Will heißen: Springt Ihr Gegenüber nicht auf das Thema Katze an, schwenken Sie um auf a) Hunde oder b) Gott. Eins davon müsste eigentlich klappen. Hilft beides nicht, tja. Dann erzählen Sie abends zuhause von dem Malheur, am besten Ihrer Katze, und trinken Sie dazu ein großes Glas Wein. Die hören geduldig zu und schnurren auch beide sehr schön.

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