Ausbreitung des Coronavirus

So viele Corona-Neuinfektionen wie nie zuvor im Landkreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Die Zahl der Betroffenen steigt in allen Altersgruppen und in fast allen Kommunen. Es gibt einen weiteren Todesfall. Die Lage in zwei Heimen hat sich verschärft.

Die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Hildesheim lag noch nie so hoch wie am Mittwoch. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Am Mittwoch hat das Gesundheitsamt für den Landkreis Hildesheim die höchste Zahl an Neuinfektionen an einem Tag seit Beginn der Pandemie gemeldet. Die Behörde hat 146 neue Fälle registriert, ein erheblicher Teil davon in mehreren ohnehin schon betroffenen Altenheimen. Damit bestätigte sich, was nach der Meldung des höchsten Inzidenzwertes seit Beginn der Krise am Vormittag zu befürchten war. Zudem gab es einen weiteren Corona-Todesfall: Ein 94-jähriger Mann starb an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

Neue Fälle in Heimen

Am Nachmittag meldete der Landkreis weitere Corona-Fälle in zwei Heimen. Im Lambertinum stieg die Zahl der Betroffenen von 22 auf 27, zudem müssen 2 Bewohner und sieben Mitarbeiter als Kontaktpersonen der ersten Kategorie in Quarantäne. Im Haus Wülfingen stieg die Zahl der infizierten Bewohner von 18 auf 22 und die der betroffenen Mitarbeiter von zwölf auf 15. Der Landkreis weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass ausschließlich im Labor als positiv getestete Fälle in die Statistik einfließen und die Schnelltests dafür keine Rolle spielen.

Stand Mittwoch sind damit 489 Einwohner des Landkreises Hildesheim akut infektiös, das ist der höchste Wert seit Anfang November. Auch damals waren die Zahlen infolge von Corona-Ausbrüchen in mehreren Altenheimen nach oben geschossen. 122 aktuell Betroffene sind 80 Jahre alt oder älter, weitere 49 sind 70 bis 79 Jahre alt. Die Zahl der Infizierten stieg aber durchweg in allen Altersgruppen.

77 Corona-Patienten im Krankenhaus

77 Betroffene werden in Krankenhäusern behandelt, 17 davon liegen auf den Intensivstationen. Davon wiederum 13 müssen invasiv beatmet werden. Kreisweit zehn von 57 Intensivbetten sind aktuell nicht belegt.

Die aktuellen Daten des Landkreises zeigen auch, dass die Zahl der Fälle schwerpunktmäßig in den Gemeinden ansteigt, in denen die betroffenen Altenheime stehen. Doch auch in vielen anderen Kommunen verzeichnete die Behörde ein Plus – auch, weil die Mitarbeiter der betroffenen Einrichtungen im Landkreis verteilt wohnen.

Die Verteilung auf die Gemeinden

In Nordstemmen, wo zwei Drittel der Bewohner der Seniorenresidenz sowie mehrere Mitarbeiter infiziert sind, stieg die Zahl der Corona-Fälle von 59 auf 94. In Elze, wo das Seniorenheim Haus Wülfingen betroffen ist, wurden 37 statt 26 Infektionen gemeldet. Nur in einer einzigen Kommune sank die Zahl der akut Infektiösen: In Bockenem sind es sieben statt acht.

In Hildesheim, wo mehrere Altenheime, wenn auch nicht so massiv wie Nordstemmen oder Wülfingen, betroffen sind, stieg die Zahl der akuten Corona-Fälle von 154 auf 192. Die Entwicklung in den einzelnen Postleitzahlengebieten: 31134: von 22 auf 26; 31135: von 20 auf 36; 31137 (mit Christophorusstift): von 48 auf 57; 31139: von 32 auf 30; und 31141 (mit Lambertinum): von 32 auf 43.

Auch in fast allen weiteren Städten und Gemeinden stiegen die Zahlen an: Alfeld (von 27 auf 28), Algermissen (von vier auf zehn), Diekholzen (von zwei auf drei), Harsum (von elf auf 13), Holle (von zwei auf vier), Lamspringe (von vier auf fünf), Leinebergland (von 26 auf 28), Sarstedt (von 21 auf 26), Schellerten (von fünf auf neun), Sibbesse (von eins auf zwei) und Söhlde (von drei auf sieben).

In Bad Salzdetfurth (zehn), Freden (vier) und Giesen (zehn) blieb die Zahl der laborbestätigten Fälle unverändert.

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