Soft-Air-Pistole löste SEK-Einsatz in Hildesheim aus

Hildesheim - Ein 39-Jährige aus Himmelsthür ist Sonntagnacht in seiner Wohnung festgenommen worden. Er hatte zuvor vom Balkon aus Passanten bedroht – mit einer täuschend echt aussehenden Maschinenpistole. Der Mann ist in eine Klinik eingewiesen worden.

SEK-Beamten nutzen den Moment zum Zugriff, als der Mann nach Stunden die Wohnungstür geöffnet hat. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Glimpflich ist am Sonntagabend ein Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei in Himmelsthür ausgegangen. Ein 39-jähriger Mann ließ sich von den Beamten in seiner Wohnung widerstandslos festnehmen. Nach der Vernehmung ist der Hildesheimer in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Das haben Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag in einer gemeinsamen Pressemitteilung bestätigt.

Wie berichtet, hatten Nachbarn in der Von-Kettler-Straße am Sonntag gegen 17.40 Uhr die Polizei alarmiert. Sie gaben an, dass ein Anwohner wohl mit einer Maschinenpistole auf dem Balkon herumfuchtele und Passanten, die sich vor seinem Balkon unterhielten, bedrohte.

Verhandlungsgruppe der Polizei

War es wirklich eine Maschinenpistole? Das konnte zu diesem Zeitpunkt niemand genau wissen. „Es wurde das Spezialeinsatzkommando Niedersachsen sowie Beamte der Verhandlungsgruppe der Polizeidirektion Göttingen angefordert“, sagt Jan Makowski, Hildesheimer Polizeisprecher. Zudem eilten mehrere Streifenwagen in die Von-Kettler-Straße. Sie war in der Dunkelheit von Blaulicht erleuchtet.

Die Beamten umstellten die Wohnung des 39-Jährigen und nahmen immer wieder Kontakt mit dem Mann auf. Das zog sich über eine Zeit hin, denn die SEK-Beamten wollten die Wohnung nicht einfach stürmen. Gegen 21.30 Uhr öffnete der 39-Jährige schließlich die Wohnungstür. Diesen Moment nutzen die Einsatzkräfte, um in die Wohnung zu gelangen. „Er leistete bei der Festnahme keine Gegenwehr“, sagt der Polizeisprecher. Bei dem Zugriff wurde niemand verletzt.

Beamten durchsuchen Wohnung

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht noch in der Nacht an, dass die Wohnung des Mannes durchsucht werden soll. Dabei fanden die Beamten eine Soft-Air-Waffe. Die wurde sichergestellt. „Es handelt sich dabei um eine täuschend echte wirkende Nachbildung einer Maschinenpistole“, sagt Sprecher Makowski.

Der Besitz einer solchen Soft-Air-Pistole – sie funktioniert über Druckluft – ist nicht strafbar. Allerdings dürfe man solche Anscheinwaffen nicht in der Öffentlichkeit tragen – und auch nicht auf dem Balkon damit drohen. „Zu diesem Zeitpunkt konnten die Passanten nicht unterscheiden, ob es sich hier um eine echte Waffe handelt.“ Das Drohpotential solcher Soft-Air-Pistolen sei also sehr hoch.

Ob der Himmelsthürer bereits in der Vergangenheit polizeilich aufgefallen ist, dazu machte der Sprecher keine Angaben – zum Schutz der Persönlichkeitsrechte.

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