Sprengen von Geldautomaten immer öfter erfolglos

Hannover - 340 000 Euro auf einen Schlag haben Kriminelle im vergangenen Jahr bei einer Automatensprengung erbeutet. Die Taten nehmen zu – doch die Sicherheit der Automaten auch.

Oldenburg: Zwei Männer fotografieren eine zerstörte Bankfiliale, nachdem unbekannte Täter den Geldautomaten gesprengt haben. Foto: Andre van Elten/dpa

Hannover - 36-mal haben Kriminelle in diesem Jahr in Niedersachsen bisher versucht, einen Geldautomaten zu sprengen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Landeskriminalamtes hervor. Allerdings greifen inzwischen immer öfter die Sicherungsvorkehrungen, die Banken in den vergangenen Jahren getroffen haben: Bei den 36 Taten hatten die Kriminellen nur in 14 Fällen Erfolg. Deutlich öfter mussten sie ohne Beute abziehen – nämlich insgesamt 22 Mal.

„Bei bundesweit über 50 000 Geldautomaten ist die Umrüstung von alten Geräten und die Verbesserung durch bauliche Maßnahmen oder technische Sicherungsmaßnahmen ein mehrjähriger, kostenintensiver Prozess“, erklärte LKA-Sprecherin Nevin Ayyildiz. Die leicht gestiegene Quote der Fälle, in denen der Sprengversuch scheiterte, deute allerdings darauf hin, dass die verbesserten Sicherheitsvorkehrungen langsam Wirkung zeigten.

Zahl der Sprengungen steigt

2018 war die Zahl der Sprengungen in Niedersachsen deutlich in die Höhe geschnellt: 54 Fälle wurden registriert, 37-mal blieben die Täter aber erfolglos. „Bundesweit bewegen wir uns derzeit auf dem Niveau vom letzten Jahr, es gibt im Schnitt eine Sprengung pro Tag“, hieß es vom LKA in Hannover. Im gesamten Jahr 2017 wurden hingegen in Niedersachsen nur 23 Automaten attackiert.

„Wir gehen von 3 Tätertypen aus“, sagte die LKA-Sprecherin. Zum einen gebe es niederländische Täter mit überwiegend marokkanischen Wurzeln, die in wechselnder Zusammensetzung hochprofessionell agierten. Zum anderen geben es Banden „mit sonstigem Migrationshintergrund“, teils aus Osteuropa. Außerdem gebe es inzwischen auch örtliche Nachahmungstäter.

340 000 Euro erbeutet

Noch in diesem Monat kommt in Braunschweig ein 29-Jähriger vor Gericht, der im vergangenen Jahr in Wolfenbüttel daran beteiligt war, zwei Geldautomaten zu sprengen. Mit einer Bande aus den Niederlanden machte er dabei im April reiche Beute: Fast 340 000 Euro fielen ihnen in die Hände.

In diesem Jahr wurden unter anderem in Weyhe, Stuhr, Nienburg, Langenhagen und Braunschweig Automaten gesprengt. In Stuhr mussten drei Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus evakuiert werden, nachdem ein Geldautomat in einer Bank mit Gas beschädigt worden war.

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