Neue Corona-Regeln

Jeden Tag ein Gottesdienst zum Zuhören aus dem Hildesheimer Dom

Hildesheim - Das Bistum Hildesheim beschließt einen täglichen Ersatz für öffentliche Gottesdienste – aber auch weitere Einschränkungen des kirchlichen Lebens.

Zu Weihnachten wurde der Fernsehgottesdienst aus dem Hildesheimer Dom übertragen. Nun gibt es vorerst jeden Tag eine Audio-Übertragung einer Eucharistiefeier. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Da wegen der Corona-Epidemie zurzeit keine öffentlichen Gottesdienste möglich sind, überträgt das Bistum Hildesheim auf seiner Website www.bistum-hildesheim.de ab Donnerstagabend Gottesdienste ohne Öffentlichkeit als Audio-Livestream aus dem Hildesheimer Dom.

Bischof Heiner Wilmer sowie die Weihbischöfe Nikolaus Schwerdtfeger und Heinz-Günter Bongartz feiern ab sofort im Wechsel werktags um 18.30 Uhr und sonntags um 10 Uhr die Eucharistie. Samstags wird jeweils um 18.30 Uhr eine Vesper gefeiert. Jeder ist eingeladen, die Gottesdienste am PC, Tablet oder Smartphone mitzuhören.

Um 21 Uhr läuten Glocken

Außerdem lädt Bischof Wilmer die Pfarrgemeinden in der Diözese ein, jeden Abend um 21 Uhr fünf Minuten lang die Kirchenglocken läuten zu lassen. In einigen Pfarrgemeinden werde dies bereits getan, wie der Bischof in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Gläubigen schreibt.

„In unserem Bistum gibt es Orte, an denen abends um 21 Uhr fünf Minuten lang die Glocken läuten. Sie läuten als Zeichen des Dankes an Gott, für seine Nähe auch in schwieriger Zeit“, schreibt Wilmer. „Sie läuten als Zeichen des Dankes an die Menschen, die sich jetzt ganz besonders um andere kümmern, zum Beispiel Ärzte und Pflegekräfte.“



In dem Schreiben betont der Bischof, dass die Ausbreitung des Coronavirus die Gesellschaft vor eine der größten Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte stelle. „Viele Menschen sind verunsichert und haben Angst. Das ist sehr verständlich. Doch diese Angst soll uns nicht lähmen, sondern im Guten herausfordern. Momentan sind wir zwar gezwungen, äußerlich auseinander zu rücken. Mir kommt es aber so vor, als rückten wir in diesen Tagen innerlich zusammen.“

An vielen Orten entstünden derzeit Initiativen, beieinander zu bleiben, „auch wenn wir uns leibhaftig nicht begegnen können“, stellt Wilmer fest: „Wir telefonieren häufiger, schreiben E-Mails und nutzen die Möglichkeiten des Internets.“

Weitere Einschränkungen

Unterdessen dehnt das Bistum die Einschränkungen des kirchlichen Lebens weiter aus. Generalvikar Martin Wilk erläutert die aktuellen Regeln in einem Brief an alle Priester, Diakone und anderen hauptamtlichen Mitarbeiter.

Wilk konkretisiert zum Beispiel die Vorgaben, die vorerst für Beerdigungen gelten: Trauerfeiern sollen in der nächsten Zeit ausschließlich auf dem Friedhof und im kleinsten Familienkreis stattfinden – und nicht mehr in Kirchen oder Kapellen. Der Ablauf der üblichen Liturgie wird bei Beerdigungen gekürzt werden.

Trauergespräche mit Angehörigen von verstorbenen seien weiter im Kleinen Kreis möglich – nur nicht bei Familien, die unter Quarantäne stehen. Mit ihnen muss das Gespräch telefonisch geführt werden, erläutert der Generalvikar. Er betont: „In diesen Zeiten müssen wir unseren grundsätzlichen kirchlichen Auftrag erfüllen: Trost und Hoffnung spenden, das Wort Gottes verkündigen.“ Dieser Auftrag lasse sich allerdings zurzeit „in den uns bekannten Formen“ nicht verwirklichen. Wilk empfiehlt den Gemeinden, eine zentral erreichbare Telefonnummer einzurichten, die für bestimmte Stunden auf den jeweiligen Seelsorger umgeschaltet werden kann.

Kein Publikumsverkehr mehr

Publikumsverkehr in öffentlichen Einrichtungen des Bistums ist vorerst grundsätzlich nicht erlaubt. Der Generalvikar hat angeordnet, dass folgende Einrichtungen ab sofort geschlossen bleiben: das Bischöfliche Generalvikariat mit seinen Außenstellen, alle weiteren Verwaltungseinrichtungen wie zum Beispiel Pfarrbüros, außerdem Beratungsstellen und Tagungshäuser, das Dommuseum, die Dombibliothek und das Bistumsarchiv.

Für alle Mitarbeiter wird die Arbeitszeit bis auf Weiteres auf 60 Prozent reduziert – zunächst bei vollem Gehalt. Die Einschränkung soll laut Wilk bewirken, dass sich möglichst wenige Mitarbeiter gleichzeitig in einer Dienststelle aufhalten und sich dabei eventuell anstecken könnten.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel