Wasser für Hildesheim

Talsperren im Harz: Lage viel besser als vor einem Jahr

Kreis Hildesheim - Zwölf Monate sind die Tiefstände der Stauseen im Harz her. Nun sieht es besser aus – doch die Hildesheimer Harzwasserwerke rüsten weiter für den Klimawandel.

Die Söse-Talsperre im Harz: Hier kommt das Hildesheimer Trinkwasser her - und anders als im Vorjahr hat sich genug aufgestaut. Foto: dpa

Kreis Hildesheim - Genau ein Jahr ist es her, dass die Talsperren im Westharz einen historischen Tiefstand erreichten. Nach mehreren Monaten Trockenheit war die Innerste-Talsperre nur noch zu 21,4 Prozent gefüllt, die Söse-Talsperre – Trinkwasser-Lieferant für Hildesheim und viele Kreis-Kommunen – zu 26,5 Prozent. Selbst der große Grane-Stausee brachte es nur auf 44,2 Prozent Füllgrad.

Innerste wirkt stabil

Längst hatten die Harzwasserwerke Gegenmaßnahmen ergriffen, den Abfluss gedrosselt und Grane-Wasser in Richtung Hildesheim umgeleitet, um die Söse zu schonen. Sogar das sogenannte Oberharzer Wasserregal, eine Ansammlung von kleineren Teichen, hatten sie angezapft, um die Trinkwasserversorgung auch im Landkreis Hildesheim zu stabilisieren.

Auch in diesem Jahr gab es bisher unterdurchschnittliche Niederschläge – aber doch merklich mehr Regen als 2018. Die Füllstände der Talsperren sinken zwar seit Wochen leicht, aber insgesamt ist die Lage deutlich besser: Die Innerste stand am Montagmittag bei 45,3 Prozent, die Söse bei 39,3 und die Grane bei 68,4 Prozent. Sorgen bereitete vor allem das Baumsterben an den Ufern.

Genug Regen im Winter?

Kommt es im Lauf des Winters zu den für diese Jahreszeit üblichen Niederschlägen, drohen wohl auch 2020 keine Probleme mit den Talsperren. In diesem Jahr hatten jeweils zwar gar nicht so lange, aber intensive Regenperioden im Januar und März frühzeitig für weitgehende Entwarnung gesorgt. Die Innerste-Talsperre war zwischenzeitlich zu 90 Prozent befüllt, der Söse-Stausee zu 80 Prozent. Da ließ es sich für die in Hildesheim ansässigen Harzwasserwerke auch verschmerzen, dass sich die Füllstände im Lauf des Jahres wieder halbierten.

Unabhängig davon ist das Unternehmen schon länger davon überzeugt, dass der Klimawandel in vollem Gange ist und dass es sich darauf einstellen muss – in Sachen Trinkwasserversorgung ebenso wie bei der Frage, ob die Flüsse noch jederzeit genug Wasser führen, um Ökosyteme zu erhalten und auch anliegenden Unternehmen ausreichend Kühlwasser zu liefern. Dafür haben sie ein Forschungsprojekt angestoßen, das die Situation in Niedersachsen auf Jahrzehnte unter die Lupe nehmen soll.

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