Landgericht Braunschweig

Totes Mädchen in Salzgitter: Mordprozess gegen 14-Jährigen beginnt kurz vor Weihnachten

Salzgitter/Braunschweig - Sie sollen über Wochen ihre Tat vorbereitet haben: Zwei Jugendlichen wird vorgeworfen, in Salzgitter gezielt ein 15 Jahre altes Mädchen erstickt zu haben. Ein 14-jähriger Junge muss sich noch in diesem Jahr vor Gericht wegen Mordes verantworten.

Kerzen, Blumen und Figuren zum Gedenken an die getötete 15-jährige liegen kurz nach der Tat am Tatort an einer Grünfläche in Salzgitter. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Salzgitter/Braunschweig - Nach dem gewaltsamen Tod einer Jugendlichen in Salzgitter startet der Mordprozess gegen einen 14-Jährigen am 21. Dezember. Ihm wird vorgeworfen, „gemeinschaftlich handelnd mit einer strafunmündigen Person ein 15-Jahre altes Mädchen getötet zu haben“, wie das Landgericht Braunschweig am Mittwoch mitteilte. Die Hauptverhandlung werde vor der Jugendstrafkammer in nichtöffentlicher Sitzung stattfinden.

Die Leiche der Schülerin war im Juni auf einem verwilderten Grundstück entdeckt worden. Das Mädchen wurde erstickt. Der 14-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Der 13 Jahre alte mutmaßliche Mittäter ist noch nicht strafmündig und wurde nach der Tat zunächst in eine psychiatrische Klinik gebracht. Die drei Jugendlichen gingen auf dieselbe Schule.

Die Staatsanwaltschaft sieht als Mordmerkmal Heimtücke

Die Staatsanwaltschaft sieht als Mordmerkmal Heimtücke. Die Jungen hätten etwa vier Wochen lang geplant, die 15-Jährige umzubringen. Der 13-Jährige soll sich ihr von hinten genähert und sie gewürgt haben. Warum die beiden die 15-Jährige töteten, habe nicht geklärt werden können. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig kannten die drei Jugendlichen sich aus der Schule und trafen sich gelegentlich zu Spaziergängen. Das Mädchen sei dem 14-Jährigen „liebevoll zugeneigt“ gewesen und habe in ihm einen vertrauenswürdigen Freund gesehen, der sie mochte.

Am Tag der Tat haben sich die Jungen demnach mit der 15-Jährigen zum Kirschenessen auf einem verwilderten Grundstück verabredet. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft war da bereits geplant, das Mädchen zu töten. Zwei Tage später wurde die 15-Jährige tot in einem Gebüsch gefunden.

Für den Prozess in Braunschweig sind 13 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte nach dieser Planung am 22. Februar 2023 gesprochen werden.

Von dpa