Buch geplant

Trierer Juraprofessor sammelt skurrile Urteile

Trier - Erst waren es zufällige Funde, seit ein paar Jahren sammelt Juraprofessor Till Zimmermann an der Universität Trier gezielt skurrile Gerichtsurteile.

Der Strafrechtsexperte Till Zimmermann hat rund 100 Beispiele für skurrile und kuriose Urteile in der deutschen Rechtssprechung zusammengetragen. Foto: Universität Trier/dpa

Trier - Erst waren es zufällige Funde, seit ein paar Jahren sammelt Juraprofessor Till Zimmermann an der Universität Trier gezielt skurrile Gerichtsurteile. Der Fundus reicht mittlerweile vom Urteilsspruch in Reimform bis hin zu einem Urteil in Gestalt einer Fußballreportage - etwa 100 Beispiele sind zusammengekommen. Nun plant Zimmermann ein Buch darüber. Solch eine Sammlung gebe es bisher noch nicht, sagt der gebürtige Bonner Zimmermann. Er betont auch: „Humor in der Juristerei ist eine zweischneidige Angelegenheit. Manchen gefällt das, andere halten es für ein Unding.“

So sei umstritten, ob man denn ein Urteil in Reimform gestalten dürfe. Ein Richter des Amtsgerichts Höxter habe 1995 einen Angeklagten nach einer Trunkenheitsfahrt zu einer Geldstrafe plus Führerscheinentzug verurteilt - und unter anderem im Urteil gereimt: „...Daheim hat er getrunken vor allem das Bier und meinte er könne noch fahren hier. Doch dann wurde er zur Seite gewunken und man stellte fest, er hatte getrunken. Im Auto tat es duften wie in der Destille, die Blutprobe ergab 1,11 Promille ...“

Sind lustige Urteile in Ordnung?

Auch wenn es jedem Richter frei stehe, Prozess und Urteil so zu gestalten, wie er es richtig erachte: Ob lustige, ironische oder sarkastische Urteile moralisch richtig seien, sei eine andere Frage, meint Zimmermann. „Wenn ich Richter wäre, würde ich die Finger davon lassen.“ Man wisse eben nicht, aus welchen Gründen ein Fall für die Beteiligten wichtig sei, auch wenn einem dieser vielleicht albern vorkomme. Für die Betroffene habe das „eine problematische Komponente. Sie fühlen sich womöglich nicht ernstgenommen“.

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