Lage in Pandemie

Trotz neuer Corona-Hotspots in Niedersachsen: Land fürchtet keine dritte Welle

Hannover - Im Landkreis Wesermarsch ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf 245 gestiegen. Hintergrund sind unter anderem Ansteckungen in einem Lebensmittelmarkt. Für ganz Niedersachsen sieht das Gesundheitsministerium aber einen positiven Trend.

Wie wahrscheinlich ist eine dritte Welle? Das niedersächsische Gesundheitsministerium sieht derzeit nur eine geringe Gefahr. Foto: Chris Gossmann

Hannover - Die Landkreise Wesermarsch und Vechta sind neue Corona-Hotspots – dennoch befürchtet das Gesundheitsministerium keine steigenden Fallzahlen in ganz Niedersachsen. Das Infektionsgeschehen im Landesdurchschnitt sei weiterhin rückläufig, sagte Ministeriumssprecher Oliver Grimm in Hannover der Deutschen Presse-Agentur.

So lag der Sieben-Tages-Wert der gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner am Sonntag bei 62,2 - eine Woche zuvor waren es noch 70,3, wie aus den Daten des Landesgesundheitsamtes hervorgeht. Lockerungen stehen ab einem Wert von 35 an. Dem Sprecher zufolge gibt es bisher keine belastbaren Anhaltspunkte dafür, dass Niedersachsen in besonderer Weise vom Auftreten der vermutlich ansteckenderen Mutationen des Virus betroffen sei.

328 Fälle der britischen Mutation in Niedersachsen

Dem Landesgesundheitsamt sind mittlerweile 328 Fälle der britischen Variante B.1.1.7 und nur ein Fall der südafrikanischen Variante B.1.351 in Niedersachsen bekannt (Stand 11. Februar). In der vergangenen Woche ist die britische Mutation des Coronavirus auch erstmals im Landkreis Hildesheim nachgewiesen worden - bei mehreren Personen. Die niedersächsischen Grünen fordern, die Verbreitung der Varianten in Niedersachsen besser zu erfassen. Lockerungen - etwa für Schulen, Kitas und Kultureinrichtungen - könnten jedoch nur gelingen, „wenn wir die Coronaviren stärker unter Kontrolle bekommen und Vorsorge vor steigenden Infektionen treffen“, sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Meta Janssen-Kucz der dpa.



Der Landkreis Wesermarsch hatte am Sonntag eine Sieben-Tages-Inzidenz von 245,0 pro 100 000 Einwohner und lag in der Statistik des Robert Koch-Instituts auf dem dritten Platz aller Kommunen in Deutschland. Wie die Verwaltung in Brake am Freitag mitgeteilt hatte, hängt ein Teil der neuen Fälle mit Erkrankungen in einem Verbrauchermarkt zusammen. Auch habe es Infektionen in einer Behinderteneinrichtung gegeben. Ob das örtliche Gesundheitsamt die coronabedingten Einschränkungen in der Region westlich von Bremen verschärfen wird, war am Sonntag zunächst nicht zu erfahren.

Ministerium sieht geringe Gefahr für dritte Welle

„Die konsequente Reduzierung von Kontakten, das Tragen einer Maske sowie das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln bieten auch gegen die Mutanten des Virus den wirksamsten Schutz“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). „Auch wenn es uns allen zunehmend schwer fällt, müssen wir diese Regeln weiterhin strikt einhalten, um zu verhindern, dass der Erfolg der letzten Wochen durch eine schnelle Ausbreitung der Mutanten zunichte gemacht wird.“



Die Gefahr einer dritten Welle wird unter den derzeit geltenden Regeln nach Angaben des Ministeriums als vergleichsweise gering eingeschätzt. Insgesamt gab es bis Sonntag 153 477 laborbestätigte Corona-Infektionen in Niedersachsen, das waren 559 mehr als am Vortag. Laut Hochrechnung gelten 89,3 Prozent der Erkrankten inzwischen als wieder genesen.

Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel