Mehr Leben in der Stadt

Überraschender Geldsegen für die Hildesheimer Innenstadt

Hildesheim - Weniger Autos, preiswertes Wohnen und Kultur in der Stadt: Für diese Themen hat die Stadt Hildesheim Gelder beantragt – und bekommen. Was sie damit jetzt vorhat.

Und noch weiter 1,6 Millionen Euro für die Gestaltung der Hildesheimer Innenstadt - auch für den geplanten Cultural Hub in dem Leerstand am Angoulemeplatz. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Überraschender Geldregen für die Stadt Hildesheim: Sie kann rund 1,6 Millionen Euro ausgeben, um die Innenstadt zu beleben, 1,4 Millionen fließen davon aus Bundesmitteln. „Wir haben noch gar nicht mit einer Zusage gerechnet“, sagt Stadtbaurätin Andrea Döring. Den Antrag hat sie als „Interessenbekundung“ im Sommer losgeschickt. Nun gibt es bereits die Zusage. Für das Konzept einer „Zukunftsfähigen Innenstadt“ hat die EU bereits weitere 1,8 Millionen Euro bewilligt.

Und auch für ein Projekt, das einst als Vorzeigeprojekt für die Kulturhauptstadtbewerbung dienen sollte, und das nun vorläufig auf Eis liegt: der Leerstand am Angoulemeplatz, der eigentlich ein sogenannter Cultural Hub werden sollte, also so etwas wie ein kultureller Leitstand für die regionale Kulturszene.

Lebendige Plätze

Das Gebäude und diverse Hildesheimer Plätze, die im Kulturhauptstadtbewerbungs-Deutsch kurz mal als „Urban Places reloaded“ betitelt wurden, sollen nun mit Kulturveranstaltungen und damit auch mit Leben erfüllt werden. Partner dabei ist auch Hildesheim Marketing mit Fritz Ahrberg an der Spitze, der auch das zweite von drei geförderten Projekten kulturell anreichern soll: vier Mobilitätssommer bis zum Jahr 2025.

„Es geht nicht um die Infrastruktur, sondern um die Einstellung der Menschen zu der Frage, wie sie sich künftig in der Stadt bewegen wollen“, erläutert Döring. Also Fahrrad und Bus statt eigenem Auto zum Beispiel. „Es gibt schon viele Ideen dazu, aber noch keine Pläne“, sagt sie. Dazu war die Zeit zu knapp und die Überraschung zu groß.

Fahrrad statt Auto

Aber Beispiele kann sie nennen: Straßen kurzzeitig für den Autoverkehr sperren, einen Tag lang kostenfrei mit dem ÖPNV fahren oder Car-Sharing zum Ausprobieren: „Wir sind ja sowieso dabei, unser Radwegeprogramm fortzusetzen oder zum Beispiel neue Radbügel zu setzen, das müssen wir nicht auch noch von dem Fördergeld bezahlen.“ Döring setzt darauf, die Mentalität, die Alltagsgewohnheit zu ändern, damit sich weniger Menschen einfach nur ins eigene Auto zu setzen, um in die Stadt zu fahren. Und damit auch den CO2-Ausstoß zu verringern.

Thema Nummer drei ist das Wohnen, vor allem zu kostengünstigen Preisen. „Wir haben in der Innenstadt die größten Leerstände, auch durch aufgegebene Praxen oder ungenutzte Büroräume“, sagt die Stadtbaurätin. Mit einer eigenen Kampagne sollen Eigentümer dazu bewegt werden, hier neues Wohnen in der Stadt möglich zu machen, den Wohnraum auch energetisch zu sanieren.

Kulturelle Projekte

„Die Stadt wird alle Projekte beratend begleiten, um sie voranzubringen“, kündigt Döring an. Und ist sich sicher: Der Mobilitätssommer 2025 wird sicher ein anderer sein als der zum Start im kommenden Jahr.

Dazu passt die Nachricht, dass die Quartiersgemeinschaft Osterstraße & Ostertor aus einem Landeswettbewerb zur Quartiersentwicklung 40.000 Euro plus zusätzlich 20.000 von der Stadt erhalten wird. Im Rahmen der Städtebauförderung will die Verwaltung zudem die Neustadt ebenfalls als Lebensraum attraktiver machen. „Am Ende werden sich alle Projekte miteinander verzahnen“, ist sich Döring sicher.

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