Anlieger wohnen schon dort

Baugebiet bei Hildesheimer Ameos-Klinikum: Straßen voller Schlammlöcher

Hildesheim - Wenn die Anlieger und Anliegerinnen im Wohngebiet Galgenbergsfeld nach Hause fahren, planen sie für den nächsten Tag schon den Besuch in der Waschstraße. Warum es dort mit dem Straßenbau nicht weitergeht.

Wer trockenen Fußes im Galgenbergsfeld nach Hause will, muss noch Geduld haben: Bevor das Pflaster kommt, wird erst noch die Seniorenresidenz gebaut. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Das eigene Heim, die eigene Wohnung ist in Schuss – doch auf den letzten Metern der Zuwegung zu den Häusern müssen sich die Anlieger und Anliegerinnen im Neubaugebiet am Galgenbergsfeld durch Schlaglöcher, Schlamm und Pfützen quälen. Seit Jahren schon, kritisiert Anwohner Christian Kröher. Er ist nicht der einzige. Vielen hier reißt der Geduldsfaden – das ist auch aus seiner Nachbarschaft zu hören. Vor gut zehn Jahren wurde das 3,6 Hektar große Baugebiet aus der Taufe gehoben, die Straße für die Erschließung ist immer noch eine Schlagloch- und Schlammstrecke.

Gerade in den regennassen Jahreszeiten wälzen sich immer wieder Schlammwellen durchs Gelände, schwere Baufahrzeuge sind vor allem wegen des Neubaus eines Pflegeheims auf rund 5300 Quadratmetern unterwegs und verdichten immer wieder die Wege. „Gullideckel verschwinden unter dem Schlamm, im Winter wird hier nicht geräumt oder gestreut“, zählt Kröher auf.

Im Ostend läuft der Straßenbau

Während im nicht weit entfernten Ostend trotz offener Baustellen die Straßen bereits erstellt worden sind, warten die Anlieger im Wohngebiet Galgenbergsfeld seit Jahren auf saubere Verhältnisse.

Betreiber des Baugebietes ist die Firma Castell Projektgesellschaft mbH & Co. KG mit Sitz in Münster, idyllisch gelegen am Domplatz mitten in der Stadt. Chef der Firma ist Norbert Girndt, der auf Nachfrage der HAZ die Situation vor Ort in Hildesheim bedauert. Aber: „Uns sind die Hände gebunden“, sagt er. Denn für die Straßendecke sei ein Pflaster vorgesehen, um den wohnlichen Charakter zu betonen. Doch solange noch der Schwerlastverkehr rollt, würde das Pflaster das Gewicht des Verkehrs nicht aushalten.

Bau des Pflegeheims abwarten

Noch vier bis fünf eigene Baustellen, meist Doppelhäuser, seien noch offen, sagt Girndt, derzeit seien also erst 70 Prozent der eigenen Fläche bebaut. Auch das sei ein formaler Hinderungsgrund, die Straße fertigzustellen. Doch ausschlaggebend sei eben das Pflegeheim.

Es ist die Medi Care Seniorenresidenz des Unternehmens Orpea, ein in Frankfurt am Main ansässiger Ableger des gleichnamigen französischen Konzerns. 100 Pflegebetten sollen in dem neuen Gebäude Platz finden, derzeit wird der dritte und letzte Stock hochgezogen. Girndt rechnet damit, dass im Laufe des Jahres der Schwerlastverkehr ein Ende findet und er den Auftrag für die Straßendecke noch 2022 beenden kann.

„Ich habe Orpea auch mitgeteilt, dass sie sich darum kümmern sollen, die schweren Schmutzschäden zu beseitigen“, teilt Girndt mit.

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