Zeugen gesucht

43-Jähriger liefert sich in Hildesheim Verfolgungsjagd mit der Polizei

Hildesheim - Ein Mann ist am Dienstag vor der Polizei geflohen. Fünf Kilometer weit führte die Verfolgungsjagd durch Hildesheim. Als sie den Mann stoppten, erkannten die Polizisten schnell, warum er geflüchtet war.

Nach einer Verfolgungsjagd durch Hildesheim sucht die Polizei jetzt nach Zeugen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Ein 43-jähriger Mann aus Hildesheim hat sich am Dienstagnachmittag einer Polizeikontrolle widersetzt. Er floh mit seinem Audi vor der Polizei – die Verfolgungsjagd führte fünf Kilometer weit durch Hildesheim und Emmerke und endete schließlich in Himmelsthür.

Der Mann fiel einer Streifenwagenbesatzung, die auf der L 460 unterwegs war, kurz vor 17.30 Uhr auf der Höhe der Brückenstraße in Sorsum auf. Den Beamten kam ein grauer Audi A3 entgegen. Sie hatten den Eindruck, dass sich der Fahrer duckte, als er ihr Fahrzeug sah. Deshalb wollten sie den Mann kontrollieren und wendeten mit dem Streifenwagen.

Der Audifahrer beschleunigte nach Angaben der Polizei sofort sein Fahrzeug – überholte mehrere andere Autos und machte sich in Richtung Emmerke davon. Die Beamten folgten ihm – mit Martinshorn und Blaulicht. Der Mann missachtete auf seiner Fahrt jedoch sowohl die Signale der Polizisten, die ihn per Hupe und Lichthupe zum Anhalten bewegen wollten, als auch Verkehrsschilder. In Emmerke fuhr der Mann auf die Bundesstraße 1 auf und beschleunigte sein Fahrzeug weiter – dabei fuhr er über eine Sperrfläche, geriet in den Gegenverkehr und zwang entgegenkommende Fahrzeuge, auszuweichen.

Weißes Pulver dabei

Zwischenzeitlich gelang es den Beamten, den Audi einzuholen und ihn zum Anhalten zu bewegen, indem sie seitlich vor das Auto fuhren. Doch als die Beamten ausstiegen, um den Fahrer zu kontrollieren, gab er erneut Gas und fuhr über eine Grünfläche stadteinwärts davon. Die Streifenbesatzung nahm die Verfolgung erneut auf. Der Audifahrer ignorierte den Gegenverkehr – und fuhr nach links in die Straße Linnenkamp. Von dort bog er mit hoher Geschwindigkeit zunächst in den Schleitweg und anschließend in die Straße Salzwiese ab.

Dort gelang es dem Streifenwagen noch einmal, das Auto durch seitliches Davorfahren zum Anhalten zu zwingen – dieses Mal mit mehr Erfolg. Der Audi-Fahrer tat laut Polizei überrascht, dass er von dem Polizeiwagen gemeint gewesen war. Der Mann leistete bei der Festnahme Widerstand. Er verweigerte, sich auf den Boden zu legen und wehrte sich gegen die Beamten. Dabei verletzte er sie leicht.

Bei einer Durchsuchung des Fahrzeuges des Mannes wurde schnell klar, warum der Mann sich der Kontrolle widersetzt hatte: Er besitzt nicht nur keinen gültigen Führerschein, sondern hatte auch einen gefälschte Führerschein sowie eine weiße pulverförmige Substanz und ein Versicherungskennzeichen, das wenige Tage zuvor gestohlen wurde, bei sich. Nach Angaben von Polizeipressesprecher Jan Makowski trug der Mann das weiße Pulver in einem kleinen Kunststoffgefäß bei sich. Ob es sich bei dem Pulver um Drogen handelt, muss jetzt eine Analyse im Labor feststellen. „Wir gehen aber stark davon aus“, so Makowski. Tatsächlich habe der 43-Jährige selbst unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden, weshalb ihm ein Arzt auch eine Blutprobe entnahm. Ob der Hildesheimer der Polizei bereits wegen Drogendelikten bekannt ist, wollte Makowski weder bestätigen noch dementieren.

Zeugen gesucht

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hildesheim ordnete eine Bereitschaftsrichterin an, dass der Audi beschlagnahmt wird. Der 43-Jährige wurde nach Abschluss aller erforderlichen Maßnahmen entlassen. Gegen ihn wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Doch der Mann zeigte sich laut Polizei noch immer nicht einsichtig: Er stieg nach seiner Vernehmung bei der Polizei auf einen E-Scooter und fuhr an den Beamten vorbei, die an der Salzwiese noch mit der Beschlagnahmung des Audis beschäftigt waren. Weil er unter Drogeneinfluss auf dem E-Scooter unterwegs war, leitete die Polizei zusätzlich ein Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren ein.

Die Polizei Hildesheim bittet Zeugen, die Angaben zu der Verfolgungsfahrt machen können darum, sich unter der Telefonnummer 05121/939-115 zu melden. Vor allen Dingen werden auch Verkehrsteilnehmer gesucht, die sich durch den Mann bei seinen rasanten Fluchtfahrt gefährdet fühlten und deren Personalien noch nicht vorliegen. Auch für diese Gefährdung wird sich der Hildesheimer laut Polizei verantworten müssen.

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