Polizeieinsatz

Geisterfahrer bringt in Hildesheim Menschen in Gefahr

Hildesheim - Ein Autofahrer hat etliche Menschen in Hildesheim in Gefahr gebracht. Der Mann war laut Polizei desorientiert.

Die Polizei will jetzt mithilfe von Zeugen Einzelheiten der Irrfahrt aufklären. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Eine Stunde lang hielt er die Autofahrer und die Polizei in Atem: Ein 30-jähriger Mann ist am vergangenen Freitagnachmittag, 24. Juli, als Geisterfahrer durch die Hildesheimer Innenstadt unterwegs gewesen. Das gab die Polizei jetzt bekannt.

Den jüngsten Ermittlungen zufolge war der Eisenacher mit seinem Opel Corsa bereits gegen 17 Uhr durch seine eigenartige Fahrweise, unter anderem in Schlangenlinien, auf der Autobahn 7 im Bereich des Salzgitter-Dreiecks aufgefallen.

Eine Streife der Autobahnpolizei konnte den Wagen dort jedoch nicht aufspüren. Der 30-Jährige fuhr dann an der Anschlussstelle Hildesheim von der Autobahn ab und setzte seinen Weg über die Bundesstraße 1 bis zum Berliner Kreisel fort. Diesen verließ er an der ersten Ausfahrt, jedoch entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Der Mann benutzte den linken Fahrstreifen, der in Richtung Kreisel führt. Mehreren Autofahrern fuhr der Schreck in die Glieder – sie mussten nach Polizeiangaben ausweichen.

Lastwagenfahrer macht Vollbremsung

Ein Lastwagenfahrer machte eine Vollbremsung, um einem bisher unbekannten Autofahrer das Einscheren gerade noch rechtzeitig zu ermöglichen und somit einen Zusammenstoß der Fahrzeuge zu verhindern.

Nachdem die Polizei Informationen über die Beinahunfälle bekommen hatte, leitete sie sofort eine Fahndung nach dem Opel mit mehreren Streifenwagen ein. Gegen 18 Uhr traf eine Streifenwagenbesatzung der Autobahnpolizei auf den geparkten Wagen, den der Fahrer dort verkehrswidrig abgestellt hatte. Von dem 30-jährigen Eisenacher fehlte laut Polizei zunächst jede Spur. Doch kurze Zeit später erschien er an seinem Fahrzeug.

Autofahrer macht verwirrten Eindruck

„Wie sich herausstellte, ist der Mann Diabetiker“, berichten die Ermittler. Auf die eingesetzten Beamten machte er einen verwirrten und nicht orientierten Eindruck. „Seine Fahrweise könnte auf die Erkrankung zurückzuführen sein“, vermutet die Polizei.

Das Ganze hat jetzt für den Eisenacher ein juristisches Nachspiel. Gegen den 30-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Seinen Führerschein ist er zudem los, Beamte stellten das Dokument sicher.

Die Ermittler mühen sich nun, weitere Einzelheiten des Szenarios aufzuklären. Geschädigte und auch Zeugen, deren Identität im Moment noch nicht feststeht, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 05121/939-115 bei der Polizei-Dienststelle in Hildesheim zu melden.

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