Pilzsaison

Warnung vor tödlichen Knollenblätterpilzen

Göttingen - Das Giftinformationszentrum Nord (GIZ-Nord) in Göttingen warnt Pilzsucher in Norddeutschland davor, sich in den nächsten Wochen mit Knollenblätterpilzen zu vergiften. Die Giftpilze sehen anderen zum Verwechseln ähnlich.

Ein Pilzkorb mit Maronen-Röhrlingen und einem giftigen Knollenblätterpilz. Foto: Patrick Pleul/dpa

Göttingen - Das Giftinformationszentrum Nord (GIZ-Nord) in Göttingen warnt Pilzsucher in Norddeutschland davor, sich in den nächsten Wochen mit Knollenblätterpilzen zu vergiften. Zwar sei der Ertrag in der Saison mittelmäßig, im September und Oktober könne durch verstärkte Niederschläge das Wachstum aber noch einmal richtig anziehen. „Wenn viele Pilze wachsen, haben wir auch viele Vergiftungen“, sagte Co-Leiter Andreas Schaper der Deutschen Presse-Agentur.

Die seien im vergangenen Oktober mit mehr als 400 Fällen durch die Decke geschossen. In diesem Juli wurden knapp unter 100 Vergiftungen gemeldet, im August unter 50. „Das ist trotzdem viel, im Juli drei am Tag“, betonte Schaper. Die Gemeinschaftseinrichtung der Bundesländer Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein wurde 1995 gegründet, sie ist an der Universitätsmedizin Göttingen angesiedelt.

Im schlimmsten Fall tödlich

„Wir warnen vor Pilzen mit Amatoxin“, sagte Schaper und verwies vor allem auf den Grünen Knollenblätterpilz. Ihr Verzehr könne zu schweren Leberschäden und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Verwechslungsgefahr bestehe besonders mit dem Riesenchampignon.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mykologie sehen Knollenblätterpilze auch genießbaren Speisepilzen aus anderen Regionen der Welt zum Verwechseln ähnlich. In den vergangenen Jahren hatte es in Norddeutschland wiederholt Todesfälle nach dem Verzehr von Knollenblätterpilzen gegeben, weil Zuwanderer die Pilze verwechselt hatten. Bei Verdacht auf Vergiftung mit Knollenblätterpilzen müssten Betroffene sofort ins Krankenhaus gebracht werden, um ein Gegengift zu erhalten.

Beratung von Laien

Das GIZ-Nord ist an der Unimedizin Göttingen angesiedelt. Hauptaufgabe ist die Beratung von Laien bei akuten Vergiftungsfällen. Viele Sammler riefen an, wenn sie Beschwerden nach dem Verzehr bekämen, und auch Eltern, die sich Sorgen machten, wenn Kinder Pilze mit nach Hause bringen, erzählte Schaper.

Von Britta Körber, dpa

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