Angst um „Generation Corona“

Wegen Corona: Zahl der Ausbildungsplätze sinkt im Kreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Ab sofort beginnen eigentlich etliche Schul-Absolventen mit ihrer Ausbildung. Doch eine Gewerkschaft befürchtet, dass Corona vielen Berufsanfängern einen Strich durch die Rechnung macht.

Ausbildung in einer Bäckerei: Die Gewerkschaft NGG fordert Betriebe dazu auf, auch in Krisenzeiten weiter auf Azubis zu setzen. Foto: NGG

Kreis Hildesheim - Bekommt die „Generation Corona“ Schwierigkeiten damit, Ausbildungsplätze im Kreis Hildesheim zu finden? Das befürchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aus der Region Hannover, die unter anderem die Branchen Gastgewerbe, Backgewerbe, Fleischindustrie und Tabakindustrie vertritt.

Demnach habe sich diese Entwicklung bereits im abgelaufenen Lehrjahr abgezeichnet. Viele Firmen aus den Branchen Gastronomie und Lebensmittelhandel hätten die berufliche Ausbildung „deutlich zurückgefahren“ oder eingestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der Ausbildungsplätze zwischen Oktober und Juli laut der Agentur für Arbeit um 9,6 Prozent.

Schwierige Situation in Hotels und Restaurants

Besonders kritisch ist die Lage laut NGG in Hotels und Gaststätten, aber auch im Lebensmittelhandwerk. „Trotz Krise sollten die Unternehmen alles daran setzen, die Ausbildung aufrecht zu erhalten“, sagt Thomas Domke von der NGG-Region Hannover. „Wer heute auf Azubis verzichtet, dem fehlen morgen die Fachkräfte.“ In diesem Zusammenhang verweist die NGG auch auf Fördermittel, die der Staat bereitstellt.

Ausbildungs-Fördermittel aus der Politik

Demnach bekommen kleinere und mittlere Betriebe, die im Zuge der Corona-Krise Umsatzeinbußen von mehr als 60 Prozent verzeichnet haben, einen Zuschuss von 2000 Euro für jeden Ausbildungsplatz, der nicht gestrichen wurde. Wer zusätzliche Azubi-Stellen schafft, bekommt noch mehr: 3000 Euro pro Platz. Darüber hinaus können sich laut NGG Firmen, die wegen Corona Arbeitsausfälle von mindestens 50 Prozent haben, drei Viertel der Ausbildungsvergütung erstatten lassen.

Außerdem ruft Domke Unternehmen dazu auf, Azubis aus insolventen Unternehmen zu übernehmen. Auch hierfür gibt es eine Prämie der Bundesregierung.

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