In Hildesheim

Wegen Halteverbot vor seiner Praxis in der Dammstraße: Streit zwischen Arzt und Stadt geht weiter

Hildesheim - Der Konflikt zwischen der Stadt und dem Mediziner Andreas Klein um die Haltemöglichkeiten für dessen gehbehinderte Patienten vor seiner Hildesheimer Praxis geht weiter – mit Vorwürfen und einem Vorschlag des Arztes. Wie reagiert die Verwaltung?

Das Halten auf dem Fahrradschutzstreifen vor der Arzt-Praxis (hier ein Archivbild) in der Dammstraße in Hildesheim ist verboten. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Der Konflikt zwischen der Stadt und dem Mediziner Andreas Klein um die Haltemöglichkeiten für dessen gehbehinderte Patienten vor seiner Praxis in der Dammstraße geht weiter: Der Mediziner wirft der Verwaltung vor, entgegen einer Erklärung von Baudezernentin Andrea Döring jüngst in einer Ausschusssitzung doch Strafzettel vor seinen Räumen zu verteilen. Dörings Aussage stimme, widerspricht Stadt-Sprecher Helge Miethe.

Es gab Strafzettel – aber nicht wegen des Schutzstreifens

So habe der Ordnungsdienst zwar seit November acht Tickets während der Öffnungszeiten der Praxis verteilt – aber nur wegen Parkens auf dem Gehweg und nicht auf dem Fahrradschutzstreifen. Um diesen geht es aber bei dem Konflikt: Bis zu einer Gesetzesänderung galt dort ein eingeschränktes Halteverbot, seither ein absolutes. Klein möchte, dass der Streifen erst nach seiner Praxis beginnt, damit Patienten wieder direkt vor dieser aussteigen können. Die Stadt lehnt dies mit Hinweis auf den Schutz der Radfahrer ab.

Wie Miethe betont, spreche der Ordnungsdienst zunächst jemanden in Autos an, falls diese auf dem Schutzstreifen stünden – mit dem Hinweis, diesen sofort freizumachen. Parkverstöße würden natürlich auch künftig geahndet. Die Stadt hatte vor kurzem, um Klein entgegenzukommen, extra mehrere Kurzzeitparkplätze auf dem Bürgersteig eingerichtet, 50 Meter von der Praxis entfernt in Richtung Roemer- und Pelizaeus-Museum. Dem Mediziner, über dessen Anliegen demnächst auch das NDR Fernsehen berichtet, ist das aber mit Blick auf seine Patienten zu weit. Er könne sich jedoch mit dem Vorschlag des Arbeitskreises „Hildesheim will Rad fahren“ anfreunden, in der Dammstraße Tempo 30 anzuordnen, sagte Klein der HAZ. Dann gäbe es keinen Schutzstreifen mehr, ein eingeschränktes Halteverbot sei wieder möglich.

Stadt-Sprecher sagt: Einfach Tempo einführen, das gehe nicht

Die Stadt könne aber aus rechtlichen Gründen nicht einfach Tempo 30 einführen, sagt Miethe. Dadurch würden Ampeln am Insel-Café und dem Museum wegfallen, dies gefährde Fußgänger. Die Nebenstraßen bekämen Vorfahrt, Busse würden beeinträchtigt.

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