Austritt gefordert

PARTEI Hildesheim entwirft Austrittsformular für CDU-Mitglieder

Hildesheim - Nach der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen fordern Hildesheimer Vertreter der Satirepartei „DIE PARTEI“, dass Mitglieder aus der CDU austreten. Außerdem gibt es einen Seitenhieb gegen die FDP.

Ortwin Bönhold mit einem Austrittsformular (linkes Foto), auch zusammen mit Hamun Hirbod ließ er sich vor der Geschäftsstelle des CDU Stadtverbands Hildesheim ablichten. Foto: Die PARTEI

Hildesheim - Nach der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen fordern Hildesheimer Vertreter der Satirepartei „Die PARTEI“, dass Mitglieder aus der CDU austreten. Außerdem gibt es einen Seitenhieb gegen die FDP.

„Wer zusammen mit den Faschisten einen Ministerpräsidenten installiert, hat mit Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit abgeschlossen“, teilt Julia Wiesenmüller, die Vorsitzende der Satirepartei, in einer Pressemitteilung mit. Die CDU in Thüringen wolle die Grundlage des Zusammenlebens brennen sehen. Deswegen sollen alle aufrechten Demokraten der CDU unverzüglich den Rücken kehren. „Wir von der Partei Die PARTEI bieten gerne eine neue politische Heimat.“

PARTEI entwirft Austrittsformular

Die PARTEI hat ein Austrittsformular entworfen, „um die notwendige Parteiflucht so einfach wie möglich zu machen“. Ortwin Bönhold, der einst für die Piratenpartei im Hildesheimer Rat saß, und Hamun Hirbod, Besitzer des Restaurants Amadeus in der Markstraße, ließen sich vor dem Helmut-Kohl-Haus, der Geschäftsstelle des CDU Stadtverbands Hildesheim in der Bahnhofsallee, ablichten. Man habe dort eine größere Anzahl an Austrittsformularen abgeliefert. Sollten die nicht reichen, drucke man gerne nach. Für die FDP habe man kein solches Formular entworfen, „denn nach unserem Kenntnisstand hat die sowieso fast keine Mitglieder mehr.“

Im Thüringer Landtag war am Mittwoch Thomas Kemmerich (FDP) mit den Stimmen von Liberalen, CDU und AfD überraschend zum Regierungschef gewählt worden. Der Kandidat der FDP, die im Herbst nur knapp den Sprung in den Landtag geschafft hatte, setzte sich gegen den bisherigen Regierungschef Bodo Ramelow von den Linken durch. Es war das erste Mal, dass die AfD einem Ministerpräsident ins Amt half. Das rief bei SPD, Grünen, Linken, aber auch bei CDU und CSU massive Empörung hervor.

Die FDP-Fraktionschefin Julia Zink-Tänzer sprach gegenüber der HAZ von einem „skandalösen“ Vorgang. In Hildesheim gab es eine spontane Demonstration auf dem Marktplatz, einige Demonstranten störten eine FDP-Veranstaltung im Knochenhauer-Amtshaus.

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