Corona-Krise in Niedersachsen

Weil: Corona-Regeln werden noch 2021 zum Alltag gehören

Hannover - Die Folgen der Corona-Epidemie werden uns noch lange begleiten – da sind sich Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann einig. Die Wirtschaft hat schwer zu kämpfen, und auch Kontaktregeln im Alltag werden wohl nicht so schnell wieder aufgehoben.

Stephan Weil spricht neben Bernd Althusmann bei einer Pressekonferenz im niedersächsischen Landtag. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover - Die Menschen in Niedersachsen müssen davon ausgehen, dass die Einschränkungen durch das Coronavirus sie noch länger begleiten werden. Auch im nächsten Jahr würden die Regelungen noch zu unserem Alltag gehören, sagte Ministerpräsident Stephan Weil am Mittwochvormittag. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir mindestens noch ein Jahr lang um Rücksicht werben müssen.“ Kontakt- und Hygieneregeln sowie Mund- und Nasenschutz würden weiter zum Alltag gehören, damit andere Freiheiten möglich seien.

Wann es wieder Großveranstaltungen geben wird, konnte Weil nicht sagen. Das komme darauf an, wann ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehe. „Wir sind beim Thema Versammlungen besonders vorsichtig.“ Man habe noch nicht die Antwort, wann wieder Konzerte oder Stadionbesuche möglich sein werden. Dafür werde man auch die Tracing-App benötigen oder die Maskenpflicht beibehalten müssen.

77.000 Betriebe in Kurzarbeit

Daneben stehe der Kampf gegen die Wirtschaftskrise, so der SPD-Politiker. „An deren Anfang stehen wir erst, das müssen wir uns klar machen.“ Sehr viele Unternehmen seien betroffen, viele Mitarbeiter hätten Sorgen um ihre Arbeitsplätze.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat das Land über die NBank inzwischen 1,056 Milliarden Euro an Wirtschaftshilfe zur Verfügung gestellt. Aber es würden trotzdem nicht alle Unternehmen und Arbeitsplätze erhalten werden können. Der Tourismus sei drastisch zusammengebrochen und auch die Gastronomie fast auf Null gesetzt worden.

77.000 Betriebe hätten Kurzarbeit angemeldet, die Arbeitslosigkeit sei im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15 Prozent gestiegen, die Autobranche habe Einbrüche von rund 31 Prozent zu verzeichnen.


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Am Ende werde Niedersachsen stärker aus der Krise herauskommen als Niedersachsen hineingegangen ist, sagte Althusmann. Dazu sei auch ein Stück Optimismus nötig.

Von Marco Seng und Heiko Randermann

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