Volleyball, 1. Liga

Wie tief sitzt der Pokalschock bei den Helios Grizzlys?

Hildesheim - Nach der bitteren 2:3-Pokal-Niederlage müssen die Erstliga-Volleyballer der Helios Grizzlys Giesen am Samstag erneut in Herrsching antreten.

Konsterniert: Trainer Itamar Stein und Kapitän Hauke Wagner nach dem Pokal-Aus. Foto: Wolfgang Fehrmann

Hildesheim - Der Schock saß tief bei den Volleyballern der Helios Grizzlys Giesen am vergangenen Mittwochabend nach der Pokal-Niederlage in Herrsching. Da reichte ein Blick in die konsternierten Gesichter. Reglos verharrten die Akteure in der Nikolaus-Halle und konnten nicht glauben, was da gerade passiert war. Sie hatten ein Spiel verloren, das sie in den ersten beiden Sätzen klar dominiert hatten und nach einer 2:0-Satzführung noch mit 2:3 aus der Hand gaben. So verpassten sie die große Chance, ins Pokal-Halbfinale einzuziehen.

Rätselraten bei Verantwortlichen

Am Samstagabend wird man sehen, ob und wie die Grizzlys diese bittere Niederlage weggesteckt haben. Dann treffen sie erneut auf die WWK Volleys Herrsching. Diesmal geht es um Punkte in der 1. Liga. Nach dem Pokalspiel sind die Giesener Volleyballer in Bayern geblieben. Denn am Sonntag steht noch ein weiteres Punktspiel im Süden an – und zwar beim Tabellenletzten Haching-München. Bei der Ursachenforschung, warum die Partie am Mittwoch noch verloren ging, herrschte bei den Verantwortlichen Rätselraten. „Das ist eine gute Frage“, meinte Trainer Itamar Stein. „Wir haben zweieinhalb Sätze auf sehr hohem Niveau gespielt. Dann hat Herrsching den Aufschlagdruck erhöht. Leider haben wir nicht aggressiv genug darauf reagiert. Es ist sehr enttäuschend.“

Auch im dritten Durchgang lagen die Grizzlys knapp mit 16:15 in Führung – das Halbfinale war greifbar nah. Aber dann zeigte sich, wie labil diese Mannschaft ist. Ein paar gelungene Aktionen des Gegners reichten aus, um das Team völlig aus der Fassung zu bringen. Was in den ersten beiden Sätzen so hervorragend geklappt hatte, ging nun reihenweise daneben. Phasenweise standen sich die Spieler sogar selbst im Weg. Satz drei ging mit 22:25 verloren – im vierten Satz (17:25) und im Tiebreak (10:15) ging dann fast gar nichts mehr.

„Enttäuschung ist riesengroß“

„Eine richtige Erklärung habe ich leider nicht“, sagte Manager Sascha Kucera. „Wir haben zweieinhalb Sätze auf enorm hohem Niveau gespielt. Wahrscheinlich hatten wir dann Angst vor der eigenen Courage.“

Das scheint ein Dauerproblem bei den Grizzlys zu sein. Schon oft fehlte in den entscheidenden Situationen die letzte Konsequenz. Auch in der laufenden Erstliga-Saison haben die Giesener schon zwei Spiele im Tiebreak verloren. Daheim gegen Herrsching führten sie mit 2:1, und in Königswusterhausen holten sie einen 0:2-Satzrückstand auf – beide Spiele gingen im Tiebreak verloren.

Dabei haben die Grizzlys zum Beispiel mit Hauke Wagner, Magloire Mayaula, Jean-Philippe Sol und Milorad Kapur erfahrene Spieler in ihren Reihen, aber auch die produzieren in prekären Phasen unnötige Fehler. „Meine persönliche Enttäuschung ist riesengroß“, sagte Kucera nach dem Viertelfinal-Aus. Vor dem Spiel hatte er bemerkt, dass er gegen Herrsching lieber im Pokal gewinnen würde als in der Liga. Nun ruhen die Hoffnungen doch auf einer Revanche im Punktspiel. Ein Erfolg wäre dringend nötig: Giesen ist mit fünf Punkten Achter und damit Vorletzter, Herrsching steht mit neun Zählern auf Platz sieben. Mit einer weiteren Niederlage würden die Grizzlys den Anschluss verlieren.

Sieg in Haching ist Pflicht

Dann wären auch drei Punkte am Sonntag in Haching nur ein schwacher Trost. Beim Letzten ist ein Sieg allerdings Pflicht. Im Hinspiel gelang den Grizzlys der bislang einzige Saisonerfolg in der Liga (3:0). Was sie können, haben die Grizzlys in den ersten beiden Sätzen am Mittwoch gezeigt. Wenn sie erfolgreich sein wollen, müssen sie diese Form aber endlich einmal über die volle Distanz bringen.

Das Spiel in Herrsching beginnt am Samstag um 19 Uhr, in Haching geht es am Sonntag um 15 Uhr los. Beide Partien werden wieder live auf www.twitch.tv übertragen.

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