Corona-Krise

Wie geht es an den Schulen in Niedersachsen weiter?

Hannover/Hildesheim - Gestaffelt und unter besonderen Vorkehrungen soll der wegen der Corona-Epidemie unterbrochene Schulunterricht wieder anlaufen. Nach und nach kehren die Klassen wieder in die Schulen zurück. Und ab nächster Woche gibt es bereits eine verpflichtende Neuerung.

Grant Hendrik Tonne, Niedersachsens Kultusminister (SPD), spricht während einer Pressekonferenz zur Entwicklung der Coronavirus-Ausbreitung in Niedersachsen und Bremen. Foto: Peter Steffen/dpa

Hannover/Hildesheim - In Niedersachsen sollen die Schüler bereits ab kommendem Mittwoch Online-Unterricht erhalten, bevor die Klassen vom 4. Mai an schrittweise wieder in die Schulen zurückkehren. Lediglich für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13 beginne der Unterricht bereits am 27. April, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag in Hannover an. Für den Online-Unterricht erhielten die Schüler von ihren Lehrerkräften ab der kommenden Woche Aufgaben und Lernpläne für daheim. Die Schulen müssen unterdessen umfangreiche Hygienemaßnahmen umsetzen. Angesichts der Corona-Epidemie waren alle Schulen im Land vor einem Monat geschlossen worden.

Für die 4. Klassen der Grundschule startet der Unterricht demnach am 4. Mai und für die 12. Klasse am 11. Mai. Vom 18. Mai an sollen die 9., 10. und 3. Klassen wieder in die Schulen gehen. Zwischen Ende Mai und Mitte Juni folgen dann die übrigen Klassen. «Dies alles geschieht mit Blick auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens», sagte Tonne. «Der Schutz der Gesundheit muss an erster Stelle stehen.»

Schüler abwechselnd unterrichtet

Beim Wiederanlauf des Schulunterrichts sollen die Klassen geteilt werden und die Schüler dann tage- oder wochenweise abwechselnd in die Schule kommen. «Wir werden eine Kombination des Lernens aus Präsenz im Klassenzimmer und Lernens zu Hause haben», sagte Tonne. Das entsprechende Verfahren könnten die Schulen selber wählen. Große Klassen müssten gegebenenfalls gedrittelt werden. Das Verfahren soll auch Gedränge in Schulbussen und Bahnen verhindern, weil jeweils nur die Hälfte der Schüler am selben Tag in die Schule muss.

Sportunterricht und gruppenübergreifendes Lernen werde es vorerst nicht mehr geben. Auch die Pausen sollten zeitlich versetzt organisiert werden. Dabei müssten die Schüler den Sicherheitsabstand untereinander einhalten, betonte Tonne. Für die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern im Rahmen des Online-Unterrichts sollen die Messengerdienste Skype und WhatsApp zur Nutzung freigegeben werden. Die niedersächsische Bildungscloud geht ab Anfang Mai verfrüht an den Start.

Risikopatienten dürfen zuhause bleiben

«Uns ist bewusst, dass das Home Learning den regulären schulischen Unterricht nicht vollwertig und vollumfänglich ersetzen kann», sagte Tonne zum Lernen zu Hause. «Gleichwohl besteht weiter die Schulpflicht und wir setzen uns das Ziel, dass Schülerinnen und Schüler auch unter den derzeitigen Bedingungen ihre Kompetenzen festigen und erweitern können und dabei Nachteile für einzelne Lernende ausgeschlossen werden.» Auf dem Niedersächsischen Bildungsserver werde das Angebot erweitert, um Schülern zusätzlich Selbstlernangebote und digitales Material zur Verfügung zu stellen. Schüler sollten den Stoff ohne Hilfe der Eltern bewältigen können.

Beim Neustart der Schulen dürfen Schüler, die zu einer Risikogruppe gehören oder entsprechende Angehörige haben, zu Hause bleiben und dort lernen. Dies gelte auch für Lehrkräfte, für die eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus eine besondere Gefahr bedeutet, sagte der Minister. Auch bei den anstehenden Abiturprüfungen solle es Sonderregelungen für Schüler geben, die zu einer Risikogruppe gehören. Sie könnten die Prüfung alleine ablegen.

Bis zu den Sommerferien nur mit einer Notbetreuung geöffnet bleiben unterdessen Kitas, Krippen und Horte. Die Betreuungskapazitäten dort sollten aber ausgeweitet werden etwa für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen, sagte Tonne. Auch solle die Härtefallregelung gelockert werden, nach der nur Kinder von Eltern in für das Gemeinwesen wichtigen Berufen in die Krippe gebracht werden können.

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