Fußball

Auswärts-Könige, Harakiri-Fußballer und die Ballermänner: 19 erstaunliche Fakten über die Hildesheimer Kreisliga-Saison

Hildesheim - Die Hildesheimer Kreisliga-Saison ist vorbei. Türk Gücü hat das Double, Hasede ist aufgestiegen – aber wo fielen die meisten Tore. Wer wurde Torschützenkönig? Und welche Mannschaft hat ein Fünftel aller roten Karten gesehen? Ein Überblick.

Türk Gücü hat als dritte Hildesheimer Kreisliga-Mannschaft in Folge das Double geholt. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Nirgendwo sind mehr Tore gefallen, kein Verein hat mehr Rote Karten gesammelt – die Fans des TSV Deinsen haben in der abgelaufenen Saison selten langweilige Spiele gesehen. An der Tabellenspitze ging nichts an dem SV Türk Gücü Hildesheim vorbei: Meisterschaft, Pokalsieg, Auswärtsmacht – es war eine historisch starke Saison der Hildesheimer. Die Redaktion dieser Zeitung hat die wichtigsten Daten zur abgelaufenen Saison in der Kreisliga Hildesheim ausgewertet.

Türk Gücü holt das Double

Mit dem Pokalsieg gegen Hüddessum-Machtsum hat Türk Gücü Hildesheim das Double geholt. Es ist das dritte Mal in Folge, dass der Kreisliga-Meister das schafft. Zuvor holten Himmelsthür und Borsum jeweils das Double.

Türk Gücüs Dominanz

25 Siege aus 30 Spielen sprechen eine klare Sprache: Fast niemand konnte Türk Gücü stoppen. Da war die Meisterschaft keine Überraschung. Die Hildesheimer holten am Ende 76 Punkte – das schaffte zuletzt Bavenstedt II in der Saison 2015/16.

Deinsen-Spiele lohnen sich

Am meisten Action bekamen Zuschauerinnen und Zuschauer bei Spielen des TSV Deinsen geboten. Satte 135 Tore fielen bei Deinsens Spielen – 63 davon für und 72 gegen den TSV. Am Ende lief der TSV im unteren Tabellenmittelfeld auf Rang elf ein. Der Harakiri-Fußball hat sich also nur bedingt gelohnt. Für die Fans wurde es aber selten langweilig.

Mehr Tore als in der Bezirksliga

Als hätten sie sich abgesprochen: In der Kreisliga fielen ungefähr genauso viele Tore wie in der Bezirksliga IV. Die Kreisligisten schossen zusammen 887 Tore. Das sind 55,4 pro Team, 3,7 pro Spiel und nur 15 Treffer mehr als in der Bezirksliga. Im Vergleich zur Vorsaison ist es ein leichter Abfall – da fielen 904 Tore.

Hasede trifft fast dreistellig

Den besten Sturm hatte der TuS Hasede. Der Klub schoss 92 Tore in der Saison – die meisten davon durch Tim Utermöhle (21). Björn Karkoß traf 16-mal, Liam-Frederik Müller zwölfmal. Der Torschützenkönig kommt aber nicht aus Hasede.

Baboucarr Sarr wird Torschützenkönig

Utermöhles 21 Tore für Hasede wurden noch von einem Spieler geknackt: Baboucarr Sarr vom SSV Elze schoss 24 Tore und wurde damit Torschützenkönig der Kreisliga. Er war die Lebensversicherung für seine Mannschaft und schoss fast die Hälfte aller Elzer Tore.

Den höchsten Sieg gab es schon am 2. Spieltag

Am 2. Spieltag war beim Spiel Lühnde gegen Hasede zur Halbzeit schon alles entschieden. Der TuS führte zu Gast in Lühnde zur Halbzeit schon mit 0:6. In der zweiten Hälfte schaltete Hasede einen Gang runter. So endete das Spiel 0:7. Das war der höchste Sieg der Kreisliga-Saison.

Neun Tore in Drispenstedt

Auch bei der torreichsten Partie der Saison war Hasede beteiligt. Am 10. Spieltag gewann der TuS mit 7:2 gegen die SG Schellerten. Im Gegensatz zum höchsten Saison-Sieg war das Spiel bis zur Halbzeit noch eng. Da stand es gerade mal 2:1. In der zweiten Hälfte drehte Hasede auf. Am vorletzten Spieltag fielen erneut neun Treffer in einer Partie: Elze gewann mit 6:3 in Drispenstedt. Dabei drehten die Gäste einen 1:3-Rückstand. Baboucarr Sarr schoss einen Hattrick.

Neuhof II steigt mit 75 Gegentoren ab

Die meisten Gegentore von allen kassierte die zweite Mannschaft des SV Blau-Weiß Neuhof. Die Blau-Weißen bekamen 75 Gegentore und stiegen am Ende als Vorletzter ab. Sie spielten nicht einmal zu null.

Pokalfinalisten teilen sich die beste Abwehr

Hüddessum-Machtsum und Türk Gücü standen nicht zufällig im Pokalfinale. Beide ließen in der Saison nur 30 Gegentore zu – Liga-Bestwert. Die Pokalfinalisten spielten ebenso jeweils am häufigsten zu null. Machtsum und Türk Gücü ließen in zwölf Partien kein Gegentor zu.

Ahrbergen bricht in der Rückrunde ein

In der Hinrunde noch Zweiter und Türk-Gücü-Verfolger, am Ende klar Vierter: Der SV Ahrbergen brach in der Rückrunde ein. In der Hinrunde gewannen die Ahrberger noch elf aus 15 Spielen. Das reichte für einen Vier-Punkte-Vorsprung auf Platz drei. Dann kamen sechs Niederlagen in der Rückrunde – zu viele, wenn man aufsteigen will.

Die Auswärtsmacht wird Meister

Ein Schlüssel zum Erfolg für Türk Gücü war die außergewöhnliche Auswärtsstärke. Die Hildesheimer gewannen 13 aus 15 Auswärtspartien. Sie nahmen auf fremden Plätzen fast alles mit. Da konnte keine andere Mannschaft mithalten.

Die Remis-Könige

In Deinsen war immer was los. Bei Spielen des TSV fielen häufig Tore – oft gab es aber keinen Sieger. Deinsen spielte neunmal Unentschieden – so häufig wie keine andere Mannschaft. Immerhin: Nicht eins dieser Remis endete 0:0.

Die Dauerbrenner

Marcel Schirm (SG Schellerten/Ottbergen/Oedelum), Maximilian Thiel (TuS Lühnde), Elbisjon Ahmetaj (TSV Deinsen), Baboucarr Sarr, Till David und Ali Hennaoui (alle SSV Elze) absolvierten alle 30 Kreisliga-Begegnungen. Sarr und Thiel spielten mit 2700 Minuten sogar immer.

Die fairsten Teams

Der Preis für das fairste Team der Saison geht sicher nicht nach Deinsen: Von den insgesamt 55 Platzverweisen bekam allein der TSV elf. Zudem gab es in der Liga 840 Gelbe Karten gegen Trainer und Spieler. Davon sammelte VfV II mit 84 die meisten. Sorsum bekam mit 35 die wenigsten Verwarnungen. Schellerten holte sich als einzige Mannschaft gar keinen Platzverweis ab.

Die Torjäger

  • Baboucarr Sarr (Elze): 24 Tore
  • Tim Utermöhle (Hasede): 21 Tore
  • Henrik Preiß (Ahrbergen): 18 Tore
  • Jakob Bruns (Hüddessum): 17 Tore
  • Faisel Rachidi (Drispenstedt): 17 Tore
  • Björn Karkoß (Hasede): 16 Tore
  • Louis Diedrich (Sorsum): 15 Tore
  • Ulrich Tachakounte Leukeu (Türk Gücü): 14 Tore
  • Erik-Maurice Wolligand (Hüddessum): 14 Tore
  • Nils Krüger (Ahrbergen): 13 Tore

Die meisten Punkte seit 2001

  • SV Alfeld (2004/05): 80 Punkte
  • SC Asel (2002/03): 79 Punkte
  • VfB Oedelum (2005/06): 78 Punkte
  • TSV Deinsen (2012/13): 78 Punkte
  • TuSpo Lamspringe (2006/07): 77 Punkte
  • SV Bavenstedt II (2015/16): 76 Punkte
  • SV Türk Gücü Hildsheim (2024/25): 76 Punkte
  • TuSpo Lamspringe (2008/09): 75 Punkte
  • SV Einum (2002/03): 73 Punkte

Die wenigsten Punkte seit 2001

  • SVE Bad Salzdetfurth (2002/03): 3 Punkte
  • TuS GW Himmelsthür (2005/06): 4 Punkte
  • SG Eitzum/Rheden/Brüggen (2012/13): 7 Punkte
  • Türkspor Alfeld (2001/02): 9 Punkte
  • Burgstemmen-Mahlerten (2014/15): 9 Punkte
  • DSC Duingen (2017/18): 10 Punkte
  • SV Emmerke (2014/15): 10 Punkte
  • TSV Föhrste (2023/24): 10 Punkte
  • SC Harsum II (2022/23): 12 Punkte
  • SSV Förste (2024/25): 12 Punkte

Die besten Auswärts-Teams seit 2001

  • SV Alfeld (2004/05): 43 Punkte
  • SC Asel (2002/03): 42 Punkte
  • VfB Oedelum (2005/06): 40 Punkte
  • TuSpo Lamspringe (2006/07): 40 Punkte
  • Türk Gücü Hildesheim (2024/25): 40 Punkte
  • TSV Deinsen (2012/13): 37 Punkte
  • SSV Elze (2001/02): 37 Punkte
  • TuS Hasede (2023/24): 37 Punkte
  • SV Eintracht Ottbergen (2003/04): 36 Punkte
  • VfR Germania Ochtersum (2018/19): 36 Punkte
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